Buchhaltungssoftware für Freiberufler:innen: Vergleich & Empfehlungen 2026

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Das passende Buchhaltungsprogramm für Freiberufler:innen kann Dir helfen, wertvolle Zeit bei der Verwaltung Deiner Finanzen zu sparen und gleichzeitig rechtliche Sicherheit im Geschäftsalltag zu gewinnen. Unser detaillierter Vergleich zeigt Dir, welche Anbieter Deine individuellen Anforderungen am besten erfüllen und den administrativen Aufwand minimieren.

Buchhaltungssoftware für Freiberufler:innen – welche Anforderungen sind wirklich relevant?

Must-haves (ohne die Du Zeit/Geld verlierst)

Nutze eine Software mit App, die Belege scannt, Daten automatisch ausliest und GoBD-konform archiviert. Eine Bankanbindung ermöglicht den automatischen Abgleich von Zahlungen mit Rechnungen, sodass Dein Zahlungsstatus übersichtlich bleibt.

Essenziell sind rechtssichere Rechnungen mit fortlaufenden Nummern sowie ab 2025 die Pflicht, E-Rechnungen (XRechnung/ZUGFeRD) empfangen zu können. Da für Freiberufler:innen meist die EÜR genügt, sollte das Tool diese automatisch vorbereiten und Deinen Gewinn transparent darstellen.

Nice-to-haves (je nach Geschäftsmodell)

Für Projektarbeit ist eine integrierte Zeiterfassung ideal, die Zeiten direkt in Rechnungen umwandelt. OP-Listen und ein automatisches Mahnwesen helfen Dir, offene Forderungen und Deine Liquidität im Blick zu behalten. 

Bei internationalen Kund:innen sind Fremdwährungen wichtig, während DATEV-Schnittstellen und Zugänge für Steuerberater:innen die Zusammenarbeit ohne manuellen Exportaufwand erleichtern.

Recht & Steuern in Deutschland – kurz erklärt

Müssen Freiberufler:innen die doppelte Buchführung machen?

Freiberufler:innen sind grundsätzlich nicht zur doppelten Buchführung verpflichtet. Die Buchführungspflicht nach § 141 Abgabenordnung (AO) gilt ausdrücklich für Gewerbetreibende. In der Praxis genügt für Freiberufler:innen daher meist die Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR), bei der Einnahmen und Ausgaben gegenübergestellt werden.

Die Situation ändert sich jedoch, wenn sich Dein rechtlicher Status wandelt. Wechselst Du etwa in eine Kapitalgesellschaft (z. B. GmbH) oder wirst als Einzelkaufmann im Handelsregister eingetragen, greift die Buchführungspflicht nach HGB. Ab diesem Zeitpunkt sind doppelte Buchführung, Bilanz und GuV verpflichtend, weshalb Deine Buchhaltungssoftware idealerweise auch einen späteren Rechtsformwechsel abbilden sollte.

E-Rechnung: Fristen und Pflichten ab 2025/2027/2028

Seit dem 01.01.2025 musst Du im B2B-Bereich in der Lage sein, E-Rechnungen zu empfangen; ein einfaches PDF genügt nicht mehr, da die strukturierten Daten für die automatische Verarbeitung fehlen. 

Für den Rechnungsversand gelten Übergangsfristen: Ab 01.01.2027 sind Unternehmen mit über 800.000 € Vorjahresumsatz zur E-Rechnung verpflichtet. Für alle anderen gilt die Pflicht ab 01.01.2028. Zulässig sind EN-16931-Formate, insbesondere XRechnung und ZUGFeRD.

Praxis-Check: Das solltest Du in Deiner Software einstellen

GoBD & Aufbewahrung – was Deine Software leisten muss

Die GoBD fordern, dass Belege vollständig, unveränderbar und nachvollziehbar gespeichert werden. Jede Änderung muss dabei lückenlos protokolliert sein.

Ein normales E-Mail-Postfach als Archiv reicht nicht, da Dateien manipulierbar sind. Professionelle Software archiviert revisionssicher und bewahrt Originalformate wie XRechnung für die gesetzliche Frist von 10 Jahren auf.

Buchhaltungssoftware für Freiberufler:innen im Vergleich

Tool

Für wen passt’s am besten?

Stärken 

E-Rechnung (XRechnung/ZUGFeRD)

Bankabgleich

EÜR/UStVA/Reports

Steuerberater:innen/DATEV-Export

Kostenlos möglich?

Preis ab (netto/Monat)

Finom (Accounting)

Freiberufler:innen, die Banking + Buchhaltung in einem Tool wollen

KI-Kategorisierung, Belegscan, Reports & Exporte, Steuer-Wallet

Ja (E-Rechnung erstellen & empfangen)

Ja (Echtzeit-Abgleich durch integr. Konto)

UStVA/EÜR im Tool vorbereitet

Export u. a. zu DATEV/Lexware/sevdesk

(Solo-Tarif: E-Rechnung, 30+ Integrationen, DATEV-Belegbilderservice, Belegerkennung & Abgleich)

20 Buchungen kostenlos, danach 14,5 €/Monat bei jährlicher

sevdesk

Allround-Cloud für Solo bis kleines Team

Sehr verbreitet, viele Automationen, intuitive App

Ja (XRechnung/ZUGFeRD)

Ja (über 4.000 Banken)

Ja (UStVA direkt via ELSTER, EÜR)

Ja (DATEV-Schnittstelle & Kanzlei-Zugang)

Ja (Free-Tarif mit Einschränkungen)

ab 0 € / 12,90 €

Lexware Office

Freiberufler:innen, die ein „Standard-Tool“ mit breitem Umfang suchen

Starke Automatisierung, Lohnbuchhaltung optional

Ja (Erstellung & Empfang)

Ja (Automatischer Zahlungsabgleich)

Ja (EÜR, GuV, UStVA im Tarif L/XL)

Ja (Direkter Export & Berater-Zugang)

Nein (nur Testphase)

ab 3,95 €

WISO MeinBüro

Solos, die eine sehr praxisnahe „Büro-Suite“ wollen

Angebote/Rechnungen + vorbereitende Buchhaltung, CRM

Ja (Format-Unterstützung integriert)

Ja (Konten einbindbar)

Ja (UStVA, EÜR via WISO Steuer-Schnittstelle)

Ja (DATEV-Schnittstelle & Export)

Nein (Testphase)

ab 9,00 €

FastBill

Dienstleister:innen, die schnelle Rechnungen + Buchhaltung brauchen

Fokus auf Rechnungen & Belegmanagement, Automatisierung

Ja (Versand & Empfang)

Ja (Banking-Funktionen)

UStVA via Schnittstelle/Export

Ja (DATEV-Schnittstelle im Pro-Tarif)

Nein (Testphase)

ab 9,00 €

Papierkram

Einsteiger:innen, die einfach starten wollen

Solider Free-Tarif, integrierte Zeiterfassung

Ja (XRechnung/ZUGFeRD)

Ja (ab bestimmten Tarifen)

EÜR/UStVA (Export/ELSTER-Format)

Ja (DATEV-Export ab Tarif S)

Ja (Free-Tarif)

0 €

Accountable

Freiberufler:innen, die Steuern + Buchhaltung „App-first“ wollen

Belege scannen, Steuer-Übersicht, KI-Steuer-Tipps

Ja (E-Rechnung im Free-Plan)

Ja (Bankkonto verbinden)

Ja (UStVA & EÜR direkt in der App)

Ja (Export für Steuerberater:innen)

Ja (Free-Tarif)

0 €

BuchhaltungsButler

Fortgeschrittene, die KI-Vorkontierung & Automatisierung wollen

Hohe Automatisierung, KI-Belegerkennung, eher „Pro-Tool“

Ja (Verarbeitung & Archivierung)

Ja (Zahlungsabgleich)

Ja (UStVA/EÜR im Selbstbucher-Tarif)

Ja (DATEV-Format & Berater-Zugang)

Nein (Testphase)

ab 24,95 €

DATEV Unternehmen online

Wenn Du eng mit Steuerberater:innen arbeitest (Kanzlei-Workflow)

Beleg-/Daten-Austausch direkt mit der Kanzlei

Ja (Auftragswesen next / E-Rechnung)

Ja (Bankdatenservice)

Auswertungen durch Steuerberater:innen

Nativ (Basis für Kanzlei-Arbeit)

Nein

ca. 10,50 € (zzgl. Module)

orgaMAX

Wenn Du neben Buchhaltung auch „Office/ERP-Logik“ willst

Breites Spektrum (Warenwirtschaft, Lager), modular

Ja (ZUGFeRD/XRechnung)

Ja (Zahlungszuordnung)

Ja (UStVA/EÜR im Tarif S)

Ja (DATEV-Export & Berater-Zugang)

Nein (Testphase)

ab 12,90 €

Hinweis: Die Preise und Funktionsumfänge der Anbieter können sich jederzeit ändern. Für aktuelle Informationen solltest Du daher immer die offizielle Website des jeweiligen Tools prüfen. Außerdem bieten kostenlose Tarife häufig nur einen eingeschränkten Funktionsumfang, sodass für Funktionen wie UStVA, DATEV-Export oder erweiterte Automatisierungen meist ein kostenpflichtiges Upgrade erforderlich ist.

Finom

Finom ist die ideale Lösung für Freiberufler:innen und kleine Unternehmen, die Banking und Buchhaltung nicht trennen wollen. Da das Geschäftskonto direkt integriert ist, erfolgt die Erfassung und Kategorisierung von Zahlungen und Belegen in Echtzeit, ohne dass Du externe Bankdaten importieren musst. Zudem profitierst Du von physischen und virtuellen VISA-Karten mit bis zu 3 % Cashback. Der Tarif „Solo" bietet einen dauerhaft kostenlosen Einstieg inklusive E-Rechnungs-Funktionen.

sevDesk

sevDesk punktet mit einer besonders intuitiven Benutzeroberfläche, die auch ohne Buchhaltungskenntnisse leicht zu bedienen ist. Die Software deckt alles von der Angebotserstellung bis zur E-Rechnung (ZUGFeRD/XRechnung) ab und bietet starke Features zur Digitalisierung von Belegen per App. Dank zahlreicher Schnittstellen zu Zahlungs- und Shop-Systemen eignet sich sevDesk besonders für Dienstleister und kleinere Online-Händler.

Lexware Office

Lexware Office (ehemals lexoffice) ist einer der Marktführer in Deutschland und besticht durch einen sehr hohen Automatisierungsgrad. Die Software erkennt Belege automatisch, ordnet sie Zahlungen zu und bietet eine hervorragende DATEV-Schnittstelle zur Steuerkanzlei. Sie ist besonders geeignet, wenn Du eine Lösung suchst, die mit Deinem Unternehmen wächst, mit optional ergänzbarer Lohnbuchhaltung.

WISO MeinBüro

WISO MeinBüro von Buhl ist mehr als nur Buchhaltung; es ist eine komplette Bürozentrale. Neben Rechnungen und EÜR bietet es starke CRM-Funktionen zur Kundenverwaltung und Auftragsbearbeitung. Es ist modular aufgebaut, sodass Du Funktionen wie Lohnabrechnung oder Lagerverwaltung bei Bedarf hinzubuchen kannst.

FastBill

FastBill richtet sich primär an Freelancer und kleine Agenturen, die ihre Prozesse so weit wie möglich automatisieren wollen. Der Fokus liegt auf dem schnellen Schreiben von Rechnungen und dem Einsammeln von Belegen im Hintergrund. Es bietet zwar solide Buchhaltungsfunktionen, sieht sich aber oft als Frontend für den Unternehmer, während der Jahresabschluss von Steuerberater:innen übernommen wird.

Papierkram

Papierkram ist die ideale Cloud-Lösung für Dienstleister, die projektbasiert arbeiten. Ein Alleinstellungsmerkmal ist die integrierte Zeiterfassung, mit der Du erbrachte Stunden direkt in Rechnungen umwandeln kannst. Die Software bietet einen dauerhaft kostenlosen „Free“-Tarif für Einsteiger. Sie unterstützt E-Rechnungen und bietet in den Bezahl-Tarifen Funktionen für EÜR und UStVA, verzichtet dabei aber bewusst auf kompliziertes „Buchhalter-Deutsch“.

Accountable

Accountable verfolgt einen mobilen „App-first“-Ansatz und ist speziell auf Solo-Selbstständige zugeschnitten. Die App ermöglicht es Dir, Belege zu scannen, Rechnungen zu schreiben und Steuererklärungen (UStVA, EÜR, Einkommensteuer) direkt am Smartphone zu erledigen. Ein KI-Steuercoach hilft bei der Kategorisierung und gibt Steuertipps. Es gibt einen kostenlosen Start-Tarif. Ideal für Nutzer, die ihre Steuern ohne Vorwissen mobil erledigen wollen.

BuchhaltungsButler

BuchhaltungsButler differenziert sich durch seinen starken Fokus auf KI und Automatisierung. Die Software lernt aus Deinen Buchungen und versucht, Kontierungen so weit wie möglich automatisch vorzunehmen. Die Software eignet sich für Selbstständige wie auch Unternehmen mit komplexeren Anforderungen (z. B. Bilanzpflicht) können damit gut arbeiten, weil Exporte wie DATEV möglich sind.

DATEV

DATEV ist der „Goldstandard“ in deutschen Steuerkanzleien. Mit DATEV Unternehmen online arbeitest Du digital und revisionssicher direkt mit Steuerberater:innen zusammen. Die Lösung richtet sich weniger an Einsteiger:innen, sondern an Unternehmen, die eine professionelle Plattform für den Datenaustausch und die GoBD-konforme Belegarchivierung benötigen.

orgaMAX

orgaMAX ist eine modulare All-in-One-Lösung, die weit über reine Buchhaltung hinausgeht. Sie eignet sich besonders für kleine Unternehmen und Händler, die zusätzlich Funktionen wie Warenwirtschaft, Lagerverwaltung oder Auftragsbearbeitung benötigen. Du kannst klein starten und Module bei Bedarf hinzubuchen. Die Software unterstützt E-Rechnungen und bietet Schnittstellen zu DATEV und ELSTER, ist jedoch aufgrund der Funktionstiefe etwas komplexer als reine Rechnungs-Apps.

Beste Buchhaltungssoftware für Freiberufler:innen – Empfehlungen nach Szenario

„Ich will Banking + Buchhaltung in einem Tool”

Für einen zentralen Finanz-Workflow ist Finom geeignet, da Geschäftskonto und Buchhaltung in einer Plattform verbunden sind und Zahlungen automatisch mit Belegen abgeglichen werden.

„Ich will klassisch Rechnungen + EÜR, maximal simpel”

Papierkram ist ideal für Dienstleister:innen, die eine schlanke Lösung mit Rechnungen, EÜR und Zeiterfassung suchen. WISO MeinBüro ist eine Alternative, wenn zusätzlich Büro- und CRM-Funktionen benötigt werden, allerdings mit mehr Funktionsumfang.

„Ich bin umsatzsteuerpflichtig (UStVA), und will weniger Fehler”

Für regelmäßige UStVA bieten sevdesk und Lexware Office Vorteile durch Automatisierung, KI-Belegscan und eine direkte ELSTER-Schnittstelle, die Fehlerquellen reduziert.

„Ich arbeite mit Steuerberater:in / DATEV-Workflow”

Der Standard für die Zusammenarbeit ist DATEV Unternehmen online. Wer selbst bucht, profitiert bei Lexware Office und sevdesk von sauberen DATEV-Exports für die Kanzlei.

„Ich brauche eine kostenlose Buchhaltungssoftware als Start”

Wichtig ist der Unterschied zwischen dauerhaft kostenlos und Testphase. Finom (Solo) und Papierkram (Free) sind echte Gratis-Optionen. Die meisten kostenlosen Tools bieten nur einen begrenzten Funktionsumfang. Ein Upgrade wird nötig, sobald Funktionen wie DATEV-Export oder UStVA-Übermittlung gebraucht werden.

Häufige Fehler bei der Auswahl und wie Du sie vermeidest

Viele Freiberufler:innen greifen entweder zu zu großen ERP-Systemen, die durch unnötige Funktionen eher bremsen, oder wählen kostenlose Tools, denen wichtige Basics wie UStVA oder EÜR fehlen. Beides führt schnell zu zusätzlichem Aufwand im Alltag.

Ein weiterer häufiger Fehler ist ein fehlender DATEV-Export: Ohne Schnittstelle muss der oder die Steuerberater:in Daten manuell nacherfassen, was langfristig teurer wird. Wer außerdem die E-Rechnung außer Acht lässt, riskiert ab 2027/2028 unnötigen Stress, da der Versand dann verpflichtend wird und passende Formate unterstützt werden müssen.

FAQ

Welche Buchhaltungssoftware ist die beste für Freiberufler:innen? 

Einen klaren Sieger gibt es nicht. sevdesk und Lexware Office sind starke Allrounder, Finom kombiniert Banking und Buchhaltung in einem Tool.

Gibt es kostenlose Buchhaltungssoftware für Freiberufler:innen – und was fehlt im Free-Tarif? 

Ja, z. B. Finom (Solo) oder Papierkram. Meist fehlen Funktionen wie UStVA-Übermittlung oder DATEV-Export.

Welche Buchhaltungssoftware für Freiberufler:innen unterstützt E-Rechnungen (XRechnung/ZUGFeRD)? 

Nahezu alle modernen Cloud-Tools, etwa sevdesk, Lexware Office und Finom.

Müssen Freiberufler:innen eine Bilanz erstellen oder reicht die EÜR? 

In der Regel reicht die EÜR. Eine Bilanz ist meist nur bei einer Kapitalgesellschaft nötig.

Reicht Excel für die Buchhaltung als Freiberufler:in (GoBD-Risiko)? 

Nein. Excel allein erfüllt die GoBD-Anforderungen in der Regel nicht, da Änderungen nicht revisionssicher protokolliert werden.