Kapitalgesellschaft: Definition, Klassen und Beispiele

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Die Kapitalgesellschaft bietet Dir eine strukturierte Möglichkeit, ein Unternehmen zu führen und Investitionen zu sichern, die Haftung zu begrenzen und klare Governance-Standards einzuhalten. In diesem Artikel erfährst Du, wie solche Unternehmen funktionieren, welche Formen es gibt und welche Pflichten und Vorteile sie bringen.

Was ist eine Kapitalgesellschaft?

Im deutschen Recht gilt als Definition einer Kapitalgesellschaft eine juristische Person, deren Gesellschafter:innen sich via Kapitalanteile beteiligen und beschränkt haften. Sie bietet flexible Finanzierung, trennt Privat- und Firmenvermögen und erfordert eine strikte Buchführung. Die Besteuerung ist vergleichsweise hoch.

Die Rechtsgrundlage für die Tätigkeit von Kapitalgesellschaften bilden mehrere Gesetze, vor allem GmbH-Gesetz (GmbHG), Aktiengesetz (AktG) und Handelsgesetzbuch (HGB).

Welche Beispiele für Kapitalgesellschaften gibt es?

Die Kapitalgesellschaft ist im deutschen Gesellschaftsrecht der Oberbegriff für eine Reihe von Rechtsformen. Jeder der Typen von Kapitalgesellschaft weist seine eigenen Nuancen auf, die Grundprinzipien bleiben aber gleich.

Wie gründet man Kapitalgesellschaften?

Um eine Kapitalgesellschaft zu gründen, führe folgende Schritte aus:

  1. Gesellschaftsvertrag erstellen: Firma, Sitz, Gegenstand, Stammkapital und Gesellschafter festlegen. Notarielle Beurkundung ist nötig.

  2. Geschäftskonto eröffnen: Stammkapital einzahlen und Nachweis erbringen.

  3. Handelsregisteranmeldung: Notar:in beantragt Eintragung beim Amtsgericht. Gesellschaft entsteht mit Registereintrag.

  4. Gewerbeanmeldung. Beim zuständigen Amt anmelden.

  5. Weitere Pflichten erfüllen: Eintragung ins Transparenzregister, Beantragung der Steuernummer, Erstellung der Eröffnungsbilanz.

Die Gründung einer Kapitalgesellschaft ist teuer (Notar- und Gerichtskosten rund 1.000-3.000 € + Kapitaleinlagen), aufwändig und bürokratisch durch notarielle und registerrechtliche Hürden.

Wie sieht der Mechanismus der Gewinn- und Verlustverteilung einer Kapitalgesellschaft aus?

Die Gewinn- und Verlustverteilung bei Kapitalgesellschaften erfolgt proportional zu den Geschäftsanteilen (§ 29 Abs. 3 GmbHG, § 60 AktG). Die Gesellschafterversammlung (oder Hauptversammlung bei AG) beschließt nach Bilanzierung und Rücklagenbildung über die Verwendung des Jahresüberschüsses.

Wie ist die Haftung bei Kapitalgesellschaften geregelt?

Für Kapitalgesellschaften beschränkt die Gesetzgebung die Haftung grundsätzlich auf das Gesellschaftsvermögen (§ 13 Abs. 2 GmbHG, § 1 Abs. 3 AktG). Die Befriedigung von Gläubiger:innen erfolgt also nur aus Einlagen und Betriebsvermögen, nicht aus Privatvermögen der Gesellschafter:innen.

Es gibt Ausnahmen, in denen man Haftung anders verteilt:

Wie führt man die Buchhaltung einer Kapitalgesellschaft?

Die Rechnungslegungspflichten bezüglich Kapitalgesellschaften sind strikt. Die rechtliche Grundlage dazu bildet das HGB (§§ 238 ff.). Die Buchführung einer Kapitalgesellschaft zeichnet sich durch folgende Besonderheiten aus:

Wie sind die Hauptmerkmale der Besteuerung von Kapitalgesellschaften?

Die Besteuerung von Kapitalgesellschaften umfasst die Steuern der Kapitalgesellschaft: Körperschaftsteuer (KSt: 15 % zuzüglich 5,5 % Solidaritätszuschlag) auf den Gewinn sowie Gewerbesteuer (GewSt: je nach Hebesatz 7 % - 18 %). Die kombinierte Belastung beträgt typischerweise etwa 30 %.

Bei der Gewinnausschüttung an Gesellschafter:innen fällt bei natürlichen Personen im Privatvermögen Kapitalertragsteuer in Höhe von 25 % zuzüglich Solidaritätszuschlag (Abgeltungsteuer) an.

Beachte, dass es Ausnahmen im Steuerrecht gibt, etwa die Befreiung von der Gewerbesteuer für bestimmte gemeinnützige Organisationen (Non-Profits) sowie Entlastungsmöglichkeiten durch Holdingstrukturen.

Welche Größenklassen gibt es bei Kapitalgesellschaften?

Es gibt vier Größenklassen für Kapitalgesellschaften. Ihre Kriterien sind im HGB (§ 267 und § 267a) definiert. Man unterscheidet also vier Größenklassen von Kapitalgesellschaften:

Die Größenklassen zeichnen sich durch verschiedene Bilanzsummen, Umsatzerlöse und die durchschnittliche Arbeitnehmerzahl aus und haben verschiedene Erleichterungen oder Pflichten.

Welche Größenmerkmale einer Kapitalgesellschaft unterscheidet man?

Die Kriterien der Klassengliederung sind Größenmerkmale. Die Gesetzgebung legt genaue Schwellenwerte fest. Zur Einordnung in eine Klasse müssen mindestens zwei Merkmale diese nicht überschreiten.

Schwellenwerte werden aufgrund der Inflation regelmäßig angepasst. Die aktuellen Werte sehen so aus:

Größenklasse

Bilanzsumme

Umsatzerlöse

Durchschnittliche Arbeitnehmer:innen

Kleinstkapitalgesellschaft

≤ 450.000 €

≤ 900.000 €

≤ 10

Kleine Kapitalgesellschaft

≤ 7,5 Millionen €

≤ 15 Millionen €

≤ 50

Mittelgroße Kapitalgesellschaft

≤ 25 Millionen €

≤ 50 Millionen €

≤ 250

Große Kapitalgesellschaft

> 25 Millionen €

> 50 Millionen €

> 250

Wie sind die Unterschiede zwischen der Personengesellschaft und der Kapitalgesellschaft?

Die Definition der Personengesellschaft umfasst einen Zusammenschluss von mindestens zwei Personen zu einem wirtschaftlichen Zweck. OHG und KG sind handelsregisterpflichtig, GbR grundsätzlich nicht. Die Haftung ist meist persönlich, bei KG für Kommanditist:innen auf die Haftsumme beschränkt.

Personengesellschaft oder Kapitalgesellschaft: Diese Tabelle fasst Unterschiede zusammen.

Kriterien

Personengesellschaft

Kapitalgesellschaft

Rechtspersönlichkeit

Keine juristische Person (aber je nach Form rechtsfähig)

Volle Rechtsfähigkeit

Rechtsformen

GbR, OHG, KG, PartG, PartG mbB

GmbH, UG, AG, KGaA

Haftung

Persönlich unbeschränkt (PartG mbB: nur Berufshaftung beschränkt)

Grundsätzlich nur mit dem Gesellschaftsvermögen

Mindestkapital

Kein Mindestkapital erforderlich

Hohes Mindestkapital (zum Beispiel 25.000 € für GmbH)

Besteuerung

Einkommensteuer der Gesellschafter:innen + Gewerbesteuer

Körperschaftsteuer auf Gesellschaftsebene

Verwaltung

Gemeinsame Entscheidungen der Gesellschafter:innen

Organe (Vorstand, Aufsichtsrat)

Formalitäten

Geringe Gründungsaufwände

Hohe bürokratische Aufwände

Transparenz

Hoch (Gesellschafter:innen sind bekannt)

Niedrig (mögliche anonyme Anteile)

Welche Vor- und Nachteile haben Kapitalgesellschaften?

Bevor Du eine endgültige Wahl der Rechtsform für Deine Firma triffst, solltest Du deren Merkmale noch einmal prüfen.

Vorteile von Kapitalgesellschaften

Nachteile von Kapitalgesellschaften

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