Abschreibung des PKW: So setzt Du Deinen Firmenwagen richtig ab

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Die Abschreibung des PKW betrifft Unternehmer:innen, die ein Fahrzeug betrieblich nutzen. Hier erfährst Du, wie Du Anschaffungskosten verteilst, die Restnutzungsdauer korrekt bestimmst und Deine Abschreibung rechtssicher umsetzt.

Grundlagen der Abschreibung des PKW

Was bedeutet die Abschreibung des PKW und wie funktioniert die AfA?

Wenn Du einen Firmenwagen kaufst, darfst Du die Anschaffungskosten nicht sofort vollständig als Betriebsausgabe abziehen. Stattdessen verteilst Du sie über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer. Genau hier greift die AfA, also die Absetzung für Abnutzung.

Die Abschreibung berücksichtigt den jährlichen Wertverlust. Du setzt dafür jedes Jahr einen festen Anteil der Anschaffungskosten ab. Dadurch sinkt Dein Gewinn und Deine Steuerlast bleibt planbar.

Welche gesetzliche Grundlage regelt die Abschreibung des PKW (§ 7 EStG)?

Die rechtliche Basis findest Du in § 7 Einkommensteuergesetz. Dort ist geregelt, wie abnutzbare Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens steuerlich zu verteilen sind.

Ein betrieblich genutzter PKW gilt als solches Wirtschaftsgut. Für neue Fahrzeuge geht die Finanzverwaltung laut AfA-Tabelle von einer Nutzungsdauer von 6 Jahren aus. 

Abschreibung des PKW: Brutto- oder Nettobetrag ansetzen?

Bist Du vorsteuerabzugsberechtigt, setzt Du den Nettokaufpreis als Bemessungsgrundlage an. Die Umsatzsteuer erhältst Du über die Vorsteuer zurück.

Nutzt Du die Kleinunternehmerregelung, musst Du den Bruttobetrag abschreiben, da kein Vorsteuerabzug möglich ist.

Lineare oder degressive Abschreibung beim PKW?

In der Praxis nutzt Du für die PKW-Abschreibung die lineare Methode. Dabei verteilst Du die Anschaffungskosten gleichmäßig über die gesamte Nutzungsdauer.

Eine degressive Abschreibung ist für PKW derzeit steuerlich nicht vorgesehen. Die lineare Abschreibung bleibt deshalb die maßgebliche Methode.

Abschreibung eines gebrauchten PKW: AfA-Tabelle und Restnutzungsdauer

Abschreibung des PKW laut AfA-Tabelle: Welche Standard-Nutzungsdauer gilt?

Die amtliche AfA-Tabelle sieht für neue PKW eine betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von 6 Jahren vor. Das entspricht 16,67 % linearer Abschreibung pro Jahr. Bei der Abschreibung gebrauchter PKW dient diese Gesamtdauer als Orientierung. Entscheidend ist aber die Restnutzungsdauer zum Kaufzeitpunkt.

Restnutzungsdauer gebrauchter PKW berechnen: Formel und Vorgehen

Bei gebrauchten Fahrzeugen setzt Du nicht einfach erneut 6 Jahre an. Du schätzt die verbleibende Nutzungsdauer nachvollziehbar.

Grundformel: 

Restnutzungsdauer ≈ 6 Jahre − bisherige Nutzungsdauer

Die 6 Jahre aus der AfA-Tabelle dienen als Ausgangspunkt. Maßgeblich ist die voraussichtliche tatsächliche Restnutzungsdauer im Zeitpunkt des Kaufs. Dabei zählen Erstzulassung, Zustand, Laufleistung, Wartung und geplante Nutzung. Eine saubere Dokumentation ist entscheidend.

Abschreibung eines gebrauchten PKW über 3 Jahre

Eine Abschreibung über 3 Jahre kommt in Betracht, wenn der PKW beim Kauf bereits etwa 3 Jahre genutzt wurde.

Beispiel:
6 − 3 = 3 Jahre

Du verteilst den Kaufpreis gleichmäßig auf 3 Jahre.

Abschreibung eines gebrauchten PKW über 4 Jahre

Eine Abschreibung über 4 Jahre kommt in Betracht, wenn der PKW beim Kauf etwa 2 Jahre alt ist.

Beispiel:
6 − 2 = 4 Jahre

Auch hier gilt die lineare Verteilung auf die verbleibenden Jahre.

Abschreibung eines gebrauchten PKW, der älter als 6 Jahre ist

Ist der PKW beim Kauf älter als 6 Jahre, ist die Standardnutzungsdauer rechnerisch bereits erreicht. Trotzdem kannst Du eine Restnutzungsdauer ansetzen, wenn das Fahrzeug weiter wirtschaftlich nutzbar ist. In der Praxis liegen realistische Ansätze häufig bei 2 bis 3 Jahren, abhängig von Zustand und Einsatz.

Abschreibung eines gebrauchten PKW, der älter als 8 Jahre ist

Bei einem PKW, der älter als 8 Jahre ist, solltest Du besonders vorsichtig und plausibel schätzen. Oft akzeptiert das Finanzamt 1 bis 3 Jahre, wenn Wartung, Laufleistung und Zustand die Nutzung realistisch stützen. Ohne Belege steigt das Risiko von Kürzungen.

Abschreibung eines gebrauchten PKW, der älter als 10 Jahre ist

Bei Fahrzeugen, die älter als 10 Jahre sind, wird die Restnutzungsdauer meist kurz angesetzt. Häufig bewegen sich akzeptierte Zeiträume bei 1 bis 2 Jahren. Hier zählt eine saubere Begründung besonders, zum Beispiel über Wartungsnachweise und nachvollziehbare Einsatzplanung.

Abweichende Nutzungsdauern für Taxi, Mietwagen und Sonderfahrzeuge

Taxi, Mietwagen oder Fahrschulfahrzeuge werden intensiver genutzt als typische Firmenwagen. Dadurch kann eine kürzere Nutzungsdauer sachgerecht sein, oft 4 bis 5 Jahre. Entscheidend ist, wie stark das Fahrzeug im Betrieb genutzt wird, nicht die Fahrzeugklasse allein.

Praxisbeispiele zur Abschreibung des PKW

Beispiele zur jährlichen Abschreibung des PKW

Neuer Firmenwagen
Kaufpreis netto: 30.000 €
Nutzungsdauer: 6 Jahre

Rechnung:
30.000 € ÷ 6 = 5.000 € pro Jahr

Nach 6 Jahren ist der PKW vollständig abgeschrieben.

Gebrauchter PKW
Kaufpreis netto: 18.000 €
Restnutzungsdauer: 3 Jahre

Rechnung:
18.000 € ÷ 3 = 6.000 € pro Jahr

Konkretes Beispiel zur Abschreibung des PKW

Du kaufst einen 2 Jahre alten PKW für 24.000 € netto. Die Gesamtnutzungsdauer beträgt 6 Jahre.

Restnutzungsdauer:
6 − 2 = 4 Jahre

Jährliche Abschreibung:
24.000 € ÷ 4 = 6.000 €

Die Abschreibung mindert Deinen Gewinn jährlich um 6.000 €. Erstzulassung, Kaufdatum und Laufleistung solltest Du dokumentieren.

Abschreibung des PKW: Private Nutzung und steuerliche Auswirkungen

1-%-Regel oder Fahrtenbuch bei der Abschreibung des PKW?

Nutzt Du Deinen Firmenwagen auch privat, musst Du den privaten Anteil versteuern. Dafür stehen Dir zwei Methoden zur Verfügung: die 1-%-Regel oder das Fahrtenbuch.

Bei der 1-%-Regel wird monatlich 1 % des Bruttolistenpreises als geldwerter Vorteil angesetzt. Dieser Betrag erhöht Deinen steuerpflichtigen Gewinn. Die Methode ist einfach und eignet sich vor allem bei höherer Privatnutzung.

Mit einem Fahrtenbuch versteuerst Du nur den tatsächlichen privaten Anteil. Das ist aufwendiger, aber oft günstiger bei überwiegend betrieblicher Nutzung.

Einfluss der privaten Nutzung auf AfA und Betriebsausgaben

Gehört der PKW zum Betriebsvermögen, setzt Du die Abschreibung vollständig an. Der private Nutzungsanteil wird anschließend über die gewählte Methode steuerlich korrigiert.

Betriebliche Nutzung unter 50 %: Welche steuerlichen Folgen entstehen?

Liegt die betriebliche Nutzung unter 10 %, gehört das Fahrzeug zwingend zum Privatvermögen. 

Zwischen 10 % und 50 % besteht ein Wahlrecht (gewillkürtes Betriebsvermögen).

In diesem Fall ist die 1-%-Regelung ausgeschlossen. Der private Nutzungsanteil muss anhand der tatsächlichen Kosten ermittelt werden.

Verkauf und Restwert eines abgeschriebenen PKW

Restbuchwert eines PKW korrekt berechnen

Der Restbuchwert ergibt sich aus den ursprünglichen Anschaffungskosten abzüglich der bisherigen Abschreibungen.

Formel:
Anschaffungskosten − kumulierte AfA = Restbuchwert

Beispiel:
Kaufpreis: 30.000 €
Bisherige Abschreibung: 25.000 €

30.000 € − 25.000 € = 5.000 € Restbuchwert

Ist der PKW vollständig abgeschrieben, beträgt der Restbuchwert 0 €.

Gewinn oder Verlust beim Verkauf richtig verbuchen

Beim Verkauf vergleichst Du Verkaufspreis und Restbuchwert.

Verkaufspreis: 8.000 €
Restbuchwert: 5.000 €

8.000 € − 5.000 € = 3.000 € Gewinn

Liegt der Verkaufspreis darunter, entsteht ein Verlust.

Checkliste: Dokumentation für Finanzamt und Betriebsprüfung

Für eine saubere Verbuchung benötigst Du:

Eine vollständige Dokumentation schützt Dich bei Rückfragen oder einer Betriebsprüfung.

Abschreibung des PKW in besonderen Fällen und Sonderkonstellationen

Sonderabschreibung bei gebrauchten PKW möglich?

Für normale PKW gibt es keine allgemeine Sonder-AfA. Eine zusätzliche Abschreibung ist nur möglich, wenn die Voraussetzungen nach § 7g EStG erfüllt sind. Die Regelung kann auch für gebrauchte Fahrzeuge gelten, sofern die gesetzlichen Bedingungen erfüllt sind und das Fahrzeug dem begünstigten Betriebsvermögen zugeordnet wird.

Leasingfahrzeug oder Kauf: steuerliche Unterschiede

Beim Kauf setzt Du die reguläre Abschreibung des PKW an. Beim Leasing wird das Fahrzeug nicht aktiviert. Stattdessen setzt Du die Leasingraten als laufende Betriebsausgaben ab. Leasing wirkt sofort, während sich die Abschreibung über mehrere Jahre verteilt.

Hybrid- und Elektroautos: AfA-Regeln 2026

Für Elektrofahrzeuge gelten weiterhin steuerliche Vorteile bei privater Nutzung, etwa die 0,25-%- oder 0,5-%-Regel. Die Abschreibung erfolgt jedoch grundsätzlich über die betriebliche Nutzungsdauer.

Steuerliche Optimierung für Selbständige und Unternehmer:innen

Entscheidend sind die richtige Zuordnung zum Betriebsvermögen, eine realistische Restnutzungsdauer und die passende Methode bei Privatnutzung. Wer strategisch plant, reduziert seine Steuerlast nachhaltig.

Häufige Fehler bei der Abschreibung gebrauchter PKW

FAQ

Welche steuerlichen Vorteile bietet die Abschreibung von Firmenwagen für Selbständige?

Durch die Abschreibung verteilst Du die Anschaffungskosten über mehrere Jahre und senkst jährlich Deinen steuerpflichtigen Gewinn. Das reduziert Deine Einkommensteuer planbar.

Wie wirkt sich eine hohe Laufleistung auf die Abschreibung gebrauchter PKW aus?

Eine hohe Laufleistung kann eine kürzere Restnutzungsdauer rechtfertigen. Entscheidend sind Zustand, Wartung und wirtschaftliche Verwendbarkeit.

Wie wird die Abschreibung für PKW älter als 10 Jahre umgesetzt?

Hier setzt Du eine realistische Restnutzungsdauer von meist 1 bis 2 Jahren an. Eine nachvollziehbare Begründung ist besonders wichtig.

Welche Unterschiede gibt es zwischen Leasing und Kauf?

Beim Kauf nutzt Du die Abschreibung. Beim Leasing setzt Du die Raten direkt als Betriebsausgaben an.

Wie berechnet man die Restnutzungsdauer korrekt?

Gesamtnutzungsdauer minus bisherige Nutzungsjahre ergibt die verbleibende Abschreibungsdauer.