Geldwerter Vorteil 2026: Definition, Beispiele & Steuern erklärt
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Ein geldwerter Vorteil entsteht, wenn Du neben Deinem Gehalt zusätzliche Sach- oder Nutzungsleistungen erhältst. Hier erfährst Du, welche Beispiele typisch sind, wie die Berechnung funktioniert und welche Freibeträge 2025 gelten.
Was ist ein geldwerter Vorteil?
Ein geldwerter Vorteil zählt zum Arbeitslohn, wenn er nicht in Geld, sondern als Sach- oder Nutzungsleistung zufließt.
Definition nach § 8 EStG
Das Einkommensteuergesetz (§ 8 EStG) definiert geldwerte Vorteile als Einnahmen, die nicht in Form von Geld bestehen. Typisch sind die private Nutzung eines Firmenwagens, verbilligte Produkte, Essenszuschüsse oder Jobtickets. Diese Vorteile erhöhen Dein steuerpflichtiges Einkommen. Bewertet wird grundsätzlich mit dem üblichen Endpreis, also dem Betrag, den ein Dritter zahlen müsste. Freibeträge und Pauschalen bestimmen, ob und in welcher Höhe Steuern und Sozialabgaben anfallen.
Unterschied zwischen Geldgehalt und Sachbezug
Geld erhältst Du direkt als Überweisung und es ist vollständig steuer- und beitragspflichtig. Sachbezüge hingegen sind Waren, Dienstleistungen oder Nutzungen. Der Unterschied liegt in der Bewertung: Während beim Gehalt der ausgezahlte Betrag zählt, wird beim Sachbezug der Vorteil nach festen Regeln berechnet. Dadurch können z. B. Essensgutscheine oder Personalrabatte steuerlich begünstigt sein.
Warum Arbeitgeber:innen Sachleistungen anbieten
Sachleistungen motivieren Mitarbeiter:innen und sind oft attraktiver als Gehaltserhöhungen, da manche Vorteile steuerfrei oder vergünstigt bleiben. Arbeitgeber:innen sparen so Lohnnebenkosten und stärken ihr Image, etwa durch Jobtickets, Diensträder oder Zuschüsse zur Kinderbetreuung.
Arten von geldwerten Vorteilen
Geldwerte Vorteile gibt es in vielen Formen – von Mobilität bis Gesundheit. Unternehmen nutzen sie, um Mitarbeiter:innen zu motivieren und steuerliche Vorteile auszuschöpfen.
Übersicht der häufigsten Beispiele
Im Alltag treten vor allem diese Varianten auf:
- Firmenwagen / Dienstwagen: Privatnutzung wird nach der 1%-Regeloder per Fahrtenbuch versteuert. Für E-Autos gelten seit 2025 günstigere Regeln.
- Zuschüsse zu Bahn- oder Bustickets: Jobtickets sind steuerfrei, wenn sie zusätzlich zum Lohn gewährt werden, mindern aber die Entfernungspauschale.
- Essensgutscheine & Restaurant-Schecks: Sachbezugswerte 2025: Frühstück 2,30 €, Mittag/Abendessen 4,40 €. So können bis zu 333 € monatlich steuerbegünstigt gewährt werden.
- Personalrabatte: Vergünstigungen auf Produkte oder Dienstleistungen sind bis zu 1.080 € pro Jahr steuerfrei.
- Dienstwohnung: Die Überlassung einer Wohnung zählt als Sachbezug. Die Bewertung erfolgt nach der Sachbezugsverordnung.
- Kinderbetreuungszuschüsse: Zuschüsse für nicht schulpflichtige Kinder sind steuerfrei, wenn sie zusätzlich zum Gehalt gezahlt werden.
- Gesundheitsförderung & Fitnessstudio: Zuschüsse für Prävention oder Fitness sind bis 600 € pro Jahr steuerfrei.
Wann ein Vorteil steuerpflichtig ist – und wann nicht
Nicht jeder Vorteil bleibt automatisch steuerfrei. Entscheidend sind gesetzliche Grenzen und Voraussetzungen. Wichtig ist fast immer, dass die Leistung zusätzlich zum Lohn gewährt wird – eine Gehaltsumwandlung reicht nicht.
Geldwerter Vorteil beim Firmenwagen / Dienstwagen
Der Firmenwagen ist der bekannteste geldwerte Vorteil. Besonders die steuerlichen Regeln zur privaten Nutzung sind entscheidend.
Ein-Prozent-Regelung (Grundprinzip)
Die Ein-Prozent-Regel ist die Standardmethode zur Bewertung. Monatlich wird 1 % des Bruttolistenpreises angesetzt, hinzu kommen 0,03 % pro Entfernungskilometer zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte.
Rechenbeispiel:
Ein Wagen mit 40.000 € Listenpreis und 15 km Entfernung ergibt: 400 € + 180 € = 580 € monatlicher geldwerter Vorteil.
Wann sich das Fahrtenbuch lohnt
Das Fahrtenbuch teilt die tatsächlichen Kosten zwischen privaten und beruflichen Fahrten auf. Es lohnt sich bei wenig Privatnutzung oder hohem Listenpreis. Voraussetzung ist eine lückenlose und fehlerfreie Dokumentation.
Steuerliche Vergünstigungen bei E-Firmenwagen
Ab Juli 2025 gilt für rein elektrische Firmenwagen mit einem Bruttolistenpreis bis 100.000 € die 0,25%-Regel. Liegt der Listenpreis darüber, werden 0,5 % angesetzt. Die ermäßigte Besteuerung gilt auch für den Zuschlag bei Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte.
Verbrenner und Elektroauto im direkten Vergleich
Ein Verbrenner mit 40.000 € Listenpreis verursacht 580 € Vorteil pro Monat. Ein Elektroauto mit 90.000 € liegt bei 225 € plus Entfernungskilometer – bei 15 km also rund 326 € – ein klarer Steuerbonus.
Geldwerter Vorteil versteuern – Grundlagen
Damit ein geldwerter Vorteil korrekt behandelt wird, gelten klare steuerliche und sozialversicherungsrechtliche Vorgaben.
Welche Steuern fallen an?
Sachbezüge sind Arbeitslohn nach § 8 EStG und unterliegen damit der Einkommensteuer. Gleichzeitig gelten sie als Arbeitsentgelt im Sinne des Sozialgesetzbuches. Deshalb fallen in der Regel Beiträge zur Kranken-, Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung an. Steuerfrei bleiben nur bestimmte gesetzliche Ausnahmen wie die 50-Euro-Freigrenze, Zuschüsse für Kinderbetreuung oder Gesundheitsförderung.
Pflichten von Arbeitgeber:innen (Lohnsteuerabzug)
Arbeitgeber:innen müssen geldwerte Vorteile wie normalen Lohn abrechnen. Sie berechnen Lohnsteuer und Sozialabgaben, ziehen diese ein und führen sie ab. Die Vorteile sind in der Lohnabrechnung auszuweisen, damit Transparenz für Mitarbeiter:innen besteht.
Pflichten von Arbeitnehmer:innen (Deklaration in der Steuererklärung)
Geldwerte Vorteile erscheinen automatisch in der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung. In den meisten Fällen ist keine gesonderte Angabe nötig. Relevanz entsteht nur, wenn Vorteile andere Angaben beeinflussen – etwa bei Jobtickets und der Entfernungspauschale oder wenn zusätzliche Werbungskosten geltend gemacht werden.
Geldwerter Vorteil steuerfrei: Freibeträge & Freigrenzen 2025
Nicht jeder geldwerte Vorteil ist voll steuerpflichtig. Entscheidend sind gesetzliche Grenzen und Ausnahmen, die bestimmte Leistungen steuerlich begünstigen.
Unterschied: Freibetrag vs. Freigrenze
Ein Freibetrag mindert nur den Teil oberhalb der Grenze, bei einer Freigrenze wird der gesamte Betrag steuerpflichtig, sobald die Grenze überschritten wird.
Beispiele für Steuerfreiheit
Die wichtigsten Fälle im Überblick:
- Sachbezug bis 50 € monatlich (§ 8 Abs. 2 EStG): Gutscheine oder Geldkarten sind steuer- und beitragsfrei, wenn sie zusätzlich zum Gehalt gewährt werden und nicht bar auszahlbar sind.
- Kinderbetreuungskosten: Zuschüsse für nicht schulpflichtige Kinder bleiben steuerfrei, sofern sie zusätzlich zum regulären Lohn gezahlt werden.
- Gesundheitsleistungen bis 600 €: Präventionsangebote oder Zuschüsse fürs Fitnessstudio sind bis 600 € jährlich steuerfrei und fördern Motivation und Gesundheit.
Immer steuerpflichtig: typische Fälle
Einige Leistungen sind grundsätzlich steuerpflichtig. Dazu zählen Barlohn, zweckfreie Prepaid-Karten oder Gutscheine mit Barauszahlungsfunktion. Auch bei Gehaltsumwandlungen entfällt die Steuerfreiheit, wenn das Gesetz ausdrücklich eine zusätzliche Leistung fordert.
Geldwerter Vorteil berechnen – Praxisbeispiele
Zwei kurze Beispiele zeigen, wie ein geldwerter Vorteil entsteht und steuerlich behandelt wird.
Essensgutscheine: steuerliche Anrechnung
Ein Unternehmen stellt Essensgutscheine für 20 Mittagessen im Monat bereit. Mit dem Sachbezugswert 2025 (4,40 €) ergibt das 20 × 4,40 € = 88 € geldwerter Vorteil. Zahlt die Mitarbeiter:in selbst etwas dazu, mindert dies den Vorteil.
Personalrabatte: Beispielrechnung mit Rabattfreibetrag
Kauft ein:e Mitarbeiter:in ein Produkt im Wert von 1.200 € für 900 €, beträgt der Vorteil 300 €. Da der jährliche Rabattfreibetrag 1.080 € umfasst, bleibt dieser Vorteil steuerfrei – erst Beträge darüber sind steuerpflichtig.
Was bringt ein geldwerter Vorteil den Arbeitgeber:innen/Arbeitnehmer:innen?
Geldwerte Vorteile schaffen zusätzliche Anreize im Job – sie bringen Nutzen für beide Seiten, aber auch Pflichten.
Vorteile für Arbeitnehmer:innen
Beschäftigte profitieren von steuerfreien oder vergünstigten Benefits wie Jobticket, Dienstrad oder Gesundheitsförderung. Solche Leistungen erhöhen den Nettoeffekt des Gehalts und steigern Motivation sowie Bindung ans Unternehmen.
Vorteile für Arbeitgeber:innen
Unternehmen nutzen Sachleistungen, um ihre Attraktivität zu erhöhen und Mitarbeiter:innen zu binden. So können sie Lohnnebenkosten sparen und gleichzeitig Gesundheit, Zufriedenheit und Arbeitgeberimage stärken.
Nachteile und Herausforderungen für beide Seiten
Werden Grenzen überschritten, entstehen zusätzliche Steuern und Sozialabgaben. Arbeitgeber:innen müssen die Vorteile korrekt abrechnen, während Arbeitnehmer:innen mögliche Kürzungen – etwa bei der Entfernungspauschale – beachten müssen.
FAQ
Was bedeutet geldwerter Vorteil Fahrrad / Jobrad?
Wird ein Fahrrad oder E-Bike zusätzlich zum Gehalt überlassen, ist es nach § 3 Nr. 37 EStG steuerfrei. Bei Gehaltsumwandlung gelten dagegen reguläre Bewertungsregeln.
Wie wirkt sich ein geldwerter Vorteil auf die Steuererklärung aus?
Die Vorteile erscheinen automatisch in der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung und erhöhen das zu versteuernde Einkommen. Nur in Sonderfällen, etwa beim Jobticket, sind Anpassungen nötig.
Wo trage ich den geldwerten Vorteil in der Steuererklärung ein?
Meist gar nicht: Arbeitgeber:innen melden die Werte direkt. Eingreifen müssen Beschäftigte nur, wenn Werbungskosten oder Pauschalen betroffen sind.
Wie wird ein geldwerter Vorteil abgerechnet?
Arbeitgeber:innen bewerten ihn nach gesetzlichen Vorgaben (z. B. 1%-Regel, Sachbezugswerte) und führen darauf Lohnsteuer sowie Sozialabgaben ab.
Wie hoch ist der geldwerte Vorteil 2025?
Das hängt von der Leistung ab. Wichtige Grenzen sind: 50 € monatlicher Sachbezugsfreibetrag, 1.080 € Rabattfreibetrag pro Jahr, 600 € für Gesundheitsförderung und 2,30 €/4,40 € pro Mahlzeit.
Warum wird der geldwerte Vorteil vom Netto abgezogen?
Da er als Arbeitslohn gilt, erhöht er das Bruttoeinkommen. Dadurch steigen Steuer- und Abgabenlast – und das Netto sinkt, auch ohne zusätzlichen Geldfluss.