Steuern von Einzelunternehmen: Eine Übersicht für 2025 und 2026

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Die Steuern eines Einzelunternehmens gehören zu den wichtigsten Pflichten, gerade in der Gründungsphase. In diesem Artikel erfährst Du verständlich, welche Abgaben 2025 gelten und wie Du sie sicher und effizient erledigst.

Welche Steuern gelten für ein Einzelunternehmen?

Als Einzelunternehmer:in zahlst Du bis zu drei zentrale Steuerarten. Sie gelten für Dich unabhängig davon, ob Du als Kleingewerbe, eingetragene:r Kaufmann/-frau (e. K.) oder als klassisches Einzelunternehmen startest:

Welche zusätzlichen Steuern fallen für ein Einzelunternehmen an?

Wenn Du ein Einzelunternehmen gründest, solltest Du zwei weitere Zuschläge kennen.

Was sind steuerliche Vor- und Nachteile von einem Einzelunternehmen?

Die Vor- und Nachteile von einem Einzelunternehmen zeigen sich in vielen Bereichen – auch bei der steuerlichen Behandlung. Einzelunternehmen haben eine einfache steuerliche Struktur. Gewinne fließen direkt an Dich und es gibt keine Körperschaftsteuer oder Ausschüttungssteuern. Gleichzeitig steigt Deine persönliche Steuer mit dem Gewinn.

Vorteile:

Nachteile:

Bei Einzelunternehmen kann der Einkommensteuersatz je nach Höhe des Gewinns auf bis zu 42 % oder 45 % steigen. Eine GmbH liegt meist bei einer Gesamtsteuerlast von rund 30 %.

Was zählt zur steuerpflichtigen Gewinnermittlung eines Einzelunternehmens?

Für die Besteuerung eines Einzelunternehmens ist immer der Gewinn maßgeblich. Besteuert wird nicht Dein Umsatz, sondern das, was nach Abzug aller betrieblichen Ausgaben übrig bleibt. Dazu gehören typische betriebliche Ausgaben wie Büro, Software oder Arbeitsmittel. Der Gewinn bildet die Basis für Einkommensteuer und bei gewerblichen Tätigkeiten auch für die Gewerbesteuer.

Welche Methode Du für die Gewinnermittlung nutzt, hängt von der Größe und Art Deines Unternehmens ab. Die meisten Einzelunternehmer:innen arbeiten mit der Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR). Sie folgt dem einfachen Zufluss-/Abfluss-Prinzip: Entscheidend ist, wann Geld tatsächlich auf Deinem Konto eingeht oder es verlässt.

Größere gewerbliche Betriebe oder Kaufleute müssen eine Bilanz mit Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) erstellen. Diese Methode basiert auf doppelter Buchführung und erfasst Erträge und Aufwendungen unabhängig vom Zahlungszeitpunkt. Für wachsende Unternehmen ist sie verpflichtend, sobald gesetzliche Schwellenwerte überschritten werden.

Was bedeutet die Einkommensteuer für Einzelunternehmen?

Die Einkommensteuer ist die wichtigste Steuerart für Einzelunternehmen, denn sie betrifft direkt den Gewinn. Sobald Du selbständig oder gewerblich arbeitest und Einnahmen erzielst, musst Du Deinen Jahresgewinn als Einkünfte aus selbständiger Arbeit oder Gewerbebetrieb versteuern. Freiberufliche und gewerbliche Einzelunternehmen werden dabei grundsätzlich gleich behandelt. Die Steuerlast richtet sich nach Deinem zu versteuernden Einkommen und dem aktuellen progressiven Tarif. 

Für Dich bedeutet das: Je höher Dein Gewinn, desto höher der persönliche Steuersatz. Gleichzeitig profitierst Du von Freibeträgen und Abzugsmöglichkeiten, die Deine Belastung senken.

Wie wird die Einkommensteuer berechnet?

Der Einkommensteuer für ein Einzelunternehmen richtet sich nach dem Jahresgewinn. Der Grundfreibetrag bleibt steuerfrei, erst darüber greift der progressive Steuersätz. Da sich die Werte jährlich ändern, findest Du hier die aktuellen Grenzen für 2025 und 2026 für Singles und Paare.

Bereich

Singles 2025

Paare 2025

Grundfreibetrag

12.096 €

24.192 €

Progressive Zone

14 % bis 42 %

14 % bis 42 %

Spitzensteuersatz ab

68.481 €

133.522 €

Höchststeuersatz ab

277.826 €

555.652 €

 

Bereich

Singles 2026

Paare 2026

Grundfreibetrag

12.348 €

24.696 €

Weitere Tarifgrenzen

werden gesetzlich festgelegt

werden gesetzlich festgelegt

Der Einkommensteuertarif steigt stufenweise mit Deinem Gewinn. 2025 gilt ein Grundfreibetrag von 12.096 €. Erst darüber setzt der progressive Tarif ein, der von 14 % bis 42 % reicht. Der Spitzensteuersatz von 42 % greift ab 68.481 €, der Höchststeuersatz von 45 % ab 277.826 €. Bei einer gemeinsamen Veranlagung verdoppeln sich die jeweiligen Grenzen.

Für 2026 steht bisher nur fest, dass der Grundfreibetrag auf 12.348 € steigt. Die weiteren Tarifgrenzen werden noch gesetzlich festgelegt.

Was gehört zur Einkommensteuererklärung?

Als Einzelunternehmer:in reichst Du jährlich eine Einkommensteuererklärung ein. Dazu gehören der Hauptvordruck, die Anlage G oder S und Deine Gewinnermittlung per EÜR oder Bilanz. Die Anlage G brauchst Du, wenn Du gewerblich tätig bist. Die Anlage S nutzt Du, wenn Du freiberuflich arbeitest. Das Finanzamt berechnet anschließend Deine endgültige Steuer.

Was bedeutet die Gewerbesteuer für Einzelunternehmen?

Die Gewerbesteuer betrifft alle gewerblichen Einzelunternehmen. Dazu gehören auch Kleingewerbetreibende und eingetragene Kaufleute (e. K.). Sie fällt zusätzlich zur Einkommensteuer an und richtet sich nach dem Gewerbeertrag, der auf Deinem steuerlichen Gewinn basiert. Freiberufler:innen müssen keine Gewerbesteuer zahlen, weil ihre Tätigkeit nicht als Gewerbe gilt.

Wie wird die Gewerbesteuer berechnet?

Die Berechnung folgt einem festen Schema. Aus Deinem Gewinn ergibt sich zunächst der Gewerbeertrag, der um bestimmte Hinzurechnungen und Kürzungen angepasst wird. Auf diesen Gewerbeertrag wird der bundesweit einheitliche Steuermessbetrag von 3,5 % angewendet. Das Ergebnis multiplizierst Du mit dem Hebesatz Deiner Stadt oder Gemeinde, zum Beispiel 400 % in vielen Großstädten.

Ein wichtiger Vorteil für Einzelunternehmen ist der Freibetrag von 24.500 €. Erst oberhalb dieser Grenze wird Gewerbesteuer fällig. Die tatsächlich gezahlte Steuer kannst Du zudem teilweise auf Deine Einkommensteuer anrechnen lassen, was die Belastung mindert und die Gesamtsteuer transparenter macht. So bleibt die Gewerbesteuer planbar, selbst wenn Dein Unternehmen wächst.

Was gehört zur Gewerbesteuererklärung?

Die Gewerbesteuererklärung gibst Du einmal jährlich elektronisch beim Finanzamt ab. Grundlage ist Deine Gewinnermittlung, ergänzt um die relevanten Hinzurechnungen und Kürzungen. Das Finanzamt berechnet daraus den Steuermessbetrag und leitet die Festsetzung an Deine Gemeinde weiter.

Was bedeutet die Umsatzsteuer für Einzelunternehmen?

Die Umsatzsteuer betrifft die meisten Einzelunternehmen, weil sie auf nahezu alle Leistungen und Verkäufe erhoben wird. Der reguläre Steuersatz liegt bei 19 %, der ermäßigte bei 7 %. Welche Beträge Du abführen musst, ergibt sich aus Deiner Umsatzsteuer-Voranmeldung oder der jährlichen Erklärung. 

Für Dich als Einzelunternehmer:in bedeutet das: Du bist nicht nur steuerpflichtig, sondern auch steuerlicher „Vermittler“, der Umsatzsteuer einsammelt und weiterleitet. Welche Pflichten gelten, hängt auch davon ab, ob Du die Kleinunternehmerregelung nutzt. Die Umsatzsteuer ist deshalb eng mit Deiner geschäftlichen Planung und Deiner Preisgestaltung verbunden.

Was bedeutet Vorsteuerabzugsberechtigung?

Vorsteuerabzugsberechtigt bist Du, sobald Du regelbesteuert bist. Das heißt: Die Umsatzsteuer, die Du selbst auf Rechnungen für Software, Hardware, Fortbildungen oder andere Betriebsausgaben zahlst, kannst Du mit der Umsatzsteuer verrechnen, die Du Deinen Kund:innen berechnest. Dadurch sinkt Deine tatsächliche Steuerlast und Du zahlst nur den Differenzbetrag. Voraussetzung ist eine ordnungsgemäße Rechnung und ein klarer betrieblicher Bezug der Ausgabe. 

Wie funktioniert die Ist- oder Soll-Versteuerung bei Einzelunternehmen?

Bei der Soll-Versteuerung entsteht die Umsatzsteuer bereits mit der Rechnungsstellung, unabhängig davon, ob Dein:e Kund:in bezahlt hat. Das ist der gesetzliche Regelfall. Für die Liquidität kleiner Unternehmen kann das jedoch belastend sein, vor allem bei längeren Zahlungszielen.

Die Ist-Versteuerung schafft hier Entlastung. Sie erlaubt Dir, Umsatzsteuer erst dann abzuführen, wenn das Geld wirklich auf Deinem Konto eingegangen ist. Beantragen kannst Du sie, wenn Deine Umsätze im Vorjahr unter 800.000 € lagen. Diese Grenze gilt auch für 2025 und 2026. Für viele Solo-Selbständige ist das eine sinnvolle Wahl, weil sie ihre Liquidität besser steuern und Zahlungsausfälle leichter abfedern können.

Was gehört zur Umsatzsteuererklärung?

Die Umsatzsteuererklärung wird einmal jährlich eingereicht und fasst alle steuerpflichtigen Umsätze sowie die Vorsteuer des Jahres zusammen. Sie ergänzt die regelmäßigen Umsatzsteuer-Voranmeldungen und gleicht eventuelle Differenzen aus. Das Finanzamt berechnet anschließend, ob Du nachzahlen musst oder eine Erstattung erhältst. Die Erklärung ist vollständig elektronisch einzureichen und bildet die Grundlage für Deinen endgültigen Steuerbescheid.

Wie wirkt sich die Kleinunternehmerregelung auf die Umsatzsteuer aus?

Die Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG befreit Dich von der Pflicht, Umsatzsteuer zu berechnen und abzuführen. Voraussetzung ist, dass Dein Umsatz im Vorjahr unter 25.000 € lag und im laufenden Jahr voraussichtlich nicht über 100.000 € steigt. Du stellst in diesem Fall Rechnungen ohne Umsatzsteuer aus und musst keine Voranmeldungen einreichen. Gleichzeitig bist Du nicht vorsteuerabzugsberechtigt, was Investitionen teurer macht. Die Regelung lohnt sich vor allem, wenn Du viele Privatkund:innen hast und Deine Preise möglichst unkompliziert und klar halten möchtest.

Wie lassen sich Steuern im Einzelunternehmen reduzieren?

Du kannst Deine Steuerlast an mehreren Stellen aktiv senken. Zu den häufigsten Möglichkeiten gehören:

Um diese Ausgaben steuerlich abzusetzen, brauchst Du vor allem klare Nachweise. Bewahre Deine Belege digital oder geordnet auf und buche sie direkt als Betriebsausgaben. In der EÜR trägst Du sie in den passenden Kategorien ein, bei einer Bilanz laufen sie über die Gewinn- und Verlustrechnung. Wichtig ist, dass jede Ausgabe einen betrieblichen Zweck hat. So stellt das Finanzamt Deine Abzüge problemlos fest und Deine Steuerlast sinkt.

FAQ

Was ist eine Steuernummer für ein Einzelunternehmen?

Die Steuernummer ist Deine persönliche Kennung beim Finanzamt. Du erhältst sie nach dem „Fragebogen zur steuerlichen Erfassung“. Sie gilt für Deine Einkommensteuer und, wenn Du gewerblich arbeitest, auch für die Gewerbesteuer. Für internationale Geschäfte kannst Du zusätzlich eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer beantragen.

Wie viel kann ein Steuerberater für ein Einzelunternehmen kosten?

Die Kosten hängen davon ab, wie komplex Deine Tätigkeit ist und ob Du eine EÜR oder eine Bilanz brauchst. Viele Einzelunternehmen zahlen für die jährliche Steuererklärung meist zwischen 300 € und 700 €, eine Bilanz liegt je nach Aufwand oft zwischen 1.000 € und 2.500 €. Laufende Buchhaltung oder Beratungspakete kosten entsprechend mehr und schaffen spürbare Entlastung, weil Du Dich weniger um Belege, Fristen und Steuerthemen kümmern musst.

Gibt es Steuern beim Auflösen eines Einzelunternehmens?

Ja. Bei der Aufgabe können stille Reserven sichtbar werden, zum Beispiel beim Verkauf oder bei der Entnahme von Anlagen. Der dabei entstehende Aufgabegewinn ist einkommensteuerpflichtig. Unter bestimmten Voraussetzungen kannst Du ihn steuerlich begünstigt behandeln lassen.

Welche Steuern fallen beim Verkauf eines Einzelunternehmens an?

Beim Verkauf entsteht ein sogenannter Veräußerungsgewinn. Dieser wird wie Einkommen versteuert und kann je nach Höhe mit bis zu 42 % oder 45 % belastet werden. Unter bestimmten Voraussetzungen, z. B. ab 55 Jahren oder bei dauernder Berufsunfähigkeit gilt eine Tarifbegünstigung, die den effektiven Steuersatz spürbar senkt. Gewerbesteuer kann ebenfalls eine Rolle spielen, wird aber oft teilweise angerechnet.

100.000 € Gewinn: Wie viel Steuern zahlt ein Einzelunternehmen?

Die genaue Steuer hängt von Deinen persönlichen Daten ab. Als grobe Orientierung: Bei 100.000 € zu versteuerndem Einkommen liegt die Einkommensteuer oft im Bereich von etwa 30 % bis 35 %. In Euro entspricht das ungefähr 28.000 € bis 35.000 €. Gewerbesteuer kann hinzukommen, wird aber teilweise angerechnet.

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