Substanzsteuer einfach erklärt: Definition, Beispiele und Update 2026
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Substanzsteuer betrifft jeden, der Eigentum besitzt – vom Haus bis zum Auto. In diesem Artikel erfährst Du, was Substanzsteuern genau sind, welche Beispiele wichtig sind und was sich mit der Grundsteuer 2025 ändert.
Substanzsteuer in Deutschland kurz erklärt (2025)
Substanzsteuern sind Abgaben auf das bestehende Vermögen – also auf Eigentum, das Du bereits besitzt. Sie unterscheiden sich deutlich von Ertragsteuern, die auf Einkommen oder Gewinne erhoben werden.
Hier sind die wichtigsten Punkte im Überblick:
- Definition: Substanzsteuern erfassen vorhandenes Vermögen, unabhängig davon, ob Du Erträge erzielst oder nicht.
- Beispiele: Zu den wichtigsten Substanzsteuern zählen die Grundsteuer, Kfz-Steuer und die Erbschaftsteuer.
- Ziel: Der Staat besteuert die Nutzung oder den Besitz von Vermögenswerten, nicht deren Ertrag.
- Grundsteuerreform 2025: Ab dem 1. Januar 2025 gelten neue Bewertungsverfahren und Hebesätze – viele Eigentümer:innen müssen mit höheren Bescheiden rechnen.
- Unterschied zur Ertragsteuer: Substanzsteuer belastet Vermögen, während Ertragsteuer (z. B. Einkommensteuer) nur Gewinne oder Einkommen betrifft.
- Liquiditätsrisiko: Besonders für Unternehmen kann die Steuerlast unabhängig von der Ertragslage problematisch werden.
- Praxis-Tipp: Eigentümer:innen sollten ihre Grundsteuerbescheide 2025 prüfen, aktuelle Hebesätze recherchieren und rechtzeitig Einspruch einlegen, falls Werte fehlerhaft sind.
Substanzsteuern: Definition & Abgrenzung zur Ertragsteuer
Substanzsteuern wirken oft unsichtbar, aber sie greifen direkt ins Vermögen ein. Um sie richtig einordnen zu können, schauen wir uns zunächst an, was genau darunter fällt – und wie sie sich von klassischen Ertragsteuern unterscheiden.
Was sind Substanzsteuern?
Substanzsteuern sind Abgaben, die auf das Bestehende erhoben werden – also auf Eigentum oder Vermögen, das Du bereits besitzt. Typische Beispiele sind die Grundsteuer, die Kfz-Steuer und in vielen Fällen auch die Erbschaftsteuer.
Substanzsteuer vs. Ertragsteuer – der Unterschied auf einen Blick
Oft werden Substanz- und Ertragsteuern verwechselt, dabei ist der Unterschied klar: Die eine belastet Dein Vermögen, die andere Deine Einnahmen.
| Steuerart | Bemessungsgrundlage | Beispiele | Gewinnabhängig? |
|---|---|---|---|
|
Substanzsteuer |
Eigentum / Vermögenswerte |
Grundsteuer, Kfz-Steuer, Erbschaftsteuer |
Nein |
|
Ertragsteuer |
Einkommen oder Gewinne |
Einkommensteuer, Körperschaftsteuer |
Ja |
So kann es passieren, dass Du Substanzsteuern zahlen musst, auch wenn Dein Unternehmen Verluste macht.
Materielle vs. formale Substanzsteuer (BVerfG)
In der Steuerrechtswissenschaft unterscheidet man zwischen materiellen Substanzsteuern, die direkt Vermögen belasten, und formalen Substanzsteuern, die zwar am Vermögen anknüpfen, aber stärker auf Erträge ausgerichtet sind. Das Bundesverfassungsgericht hat klargestellt, dass die steuerliche Belastung die Substanz nicht aufzehren darf – ein zentrales Prinzip für Liquidität und Planungssicherheit.
Substanzsteuer Beispiele: einfach erklärt
Substanzsteuern treten in unterschiedlichen Formen auf – manche zahlst Du regelmäßig, andere sind rechtlich zwar vorhanden, spielen aber in der Praxis keine Rolle mehr. Die wichtigsten Substanzsteuer-Beispiele im Überblick:
Grundsteuer als Substanzsteuer: Arten, Hebesatz und Beispielrechnung
Die Grundsteuer betrifft alle Eigentümer:innen von Grundstücken und Immobilien. Sie wird in drei Arten unterschieden: Grundsteuer A (Land- und Forstwirtschaft), Grundsteuer B (bebaute und unbebaute Grundstücke) und optional die Grundsteuer C (unbebaute baureife Grundstücke), die Kommunen ab 2025 einführen können.
Die Berechnung erfolgt aus dem Steuermessbetrag, multipliziert mit dem Hebesatz, den jede Gemeinde individuell festlegt. Ein Beispiel: Liegt der Messbetrag bei 200 € und der Hebesatz bei 400 %, ergibt sich eine jährliche Grundsteuer von 800 €. Durch die Grundsteuerreform 2025 werden viele Eigentümer:innen mit höheren Bescheiden rechnen müssen.
Kfz-Steuer: Warum sie eine Substanzsteuer ist und was die Höhe bestimmt
Die Kfz-Steuer fällt an, sobald Du ein Fahrzeug besitzt – unabhängig davon, ob es genutzt wird. Sie orientiert sich vor allem an Hubraum, CO₂-Ausstoß und dem Jahr der Erstzulassung. Während moderne Fahrzeuge mit niedrigen Emissionen günstiger sind, werden ältere, verbrauchsstarke Autos stärker belastet.
Vermögenssteuer als Substanzsteuer: Status 2025 und rechtlicher Rahmen
Die Vermögenssteuer ist ein Sonderfall: Sie existiert im Gesetz weiterhin, wird aber seit 1997 nicht mehr erhoben. Grund war ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts, das die damalige Bewertungsmethode als verfassungswidrig einstufte. Stand 2025 ist die Steuer zwar rechtlich möglich, wird aber politisch kontrovers diskutiert und praktisch nicht angewendet.
Historische Substanzsteuer: Warum die Gewerbekapitalsteuer abgeschafft wurde
Die Gewerbekapitalsteuer belastete das Betriebsvermögen von Unternehmen und galt lange als klassische Substanzsteuer. Sie wurde 2001 abgeschafft, weil sie als unzeitgemäß und wachstumshemmend galt. Heute erinnert sie nur noch daran, wie stark Substanzsteuern Betriebe belasten können.
Erbschaft- und Schenkungssteuer als Substanzsteuern?
Die Erbschaftsteuer und Schenkungssteuer werden oft als Sonderformen der Substanzsteuer eingeordnet. Beide greifen auf Vermögen zu, das durch Erbschaft oder Schenkung übertragen wird – unabhängig davon, ob daraus Erträge entstehen.
Warum Erbschaft- und Schenkungssteuer häufig als aperiodische Substanzsteuer gelten
Weil hier vorhandenes Vermögen besteuert wird, zählen Fachleute die Erbschaft- und Schenkungssteuer häufig zu den sogenannten aperiodischen Substanzsteuern. Sie entstehen nicht regelmäßig wie die Grundsteuer, sondern anlassbezogen.
Warum sie manchmal nicht zu den Substanzsteuern gezählt werden?
Manche Expert:innen ordnen die Abgaben nicht den klassischen Substanzsteuern zu, da sie nur bei Vermögensübertragungen anfallen. Im engeren Sinn gelten daher Grundsteuer, Kfz-Steuer und Vermögenssteuer als die „eigentlichen“ Substanzsteuern.
Praxis für Erb:innen und Beschenkte: Liquidität, Freibeträge, Stundung
Für Erb:innen und Beschenkte kann die Steuer schnell zur Belastung werden, wenn keine ausreichende Liquidität vorhanden ist. Allerdings gibt es Freibeträge (beispielsweise 500.000 € für Ehepartner:innen) sowie die Möglichkeit einer Stundung, falls Immobilien oder Betriebe nicht sofort verkauft werden sollen.
Unternehmensnachfolge: Belastung für Familienbetriebe und mögliche Steuererleichterungen
Gerade bei Familienunternehmen wird die Erbschaftsteuer kritisch gesehen, da sie Liquidität bindet und die Fortführung gefährden kann. Deshalb gelten spezielle Steuererleichterungen: Unter bestimmten Voraussetzungen können bis zu 85 % oder sogar 100 % des Betriebsvermögens steuerfrei übertragen werden – sofern Arbeitsplätze erhalten bleiben.
Grundsteuer 2025: Substanzsteuer mit neuen Regeln
Ab dem 1. Januar 2025 gilt in Deutschland die neue Grundsteuer. Hintergrund ist die vom Bundesverfassungsgericht geforderte Reform, weil die alten Berechnungen als verfassungswidrig eingestuft wurden. Künftig basiert die Steuer auf aktuellen Immobilien- und Grundstücksdaten, ergänzt durch regional festgelegte Hebesätze. Dabei setzen die Bundesländer teils auf das Bundesmodell, teils auf eigene Regelungen (etwa Bayern, Hamburg, Baden-Württemberg), sodass sich die Auswirkungen regional unterscheiden können.
Warum viele Bescheide höher ausfallen können
Durch die neuen Berechnungsmethoden steigen die Werte in vielen Regionen deutlich. Besonders in Ballungsräumen führen höhere Bodenrichtwerte und realistischere Mieten zu spürbar höheren Bescheiden. Auch wenn die Gemeinden ihre Hebesätze teilweise anpassen, rechnen Verbände damit, dass zahlreiche Eigentümer:innen ab 2025 mehr zahlen müssen.
Checkliste für Eigentümer:innen: Bescheid prüfen, Hebesatz finden, Fristen beachten
Damit Du den Überblick behältst, lohnt sich ein genauer Blick auf die eigenen Unterlagen. Schon kleine Fehler in den Angaben oder ein übersehener Hebesatz können mehrere Hundert Euro pro Jahr ausmachen. Diese Punkte solltest Du unbedingt prüfen:
- Bescheid prüfen: Kontrolliere, ob die Angaben zu Fläche, Lage und Nutzung korrekt sind.
- Hebesatz checken: Jede Gemeinde veröffentlicht ihre aktuellen Hebesätze – diese sind entscheidend für die endgültige Höhe.
- Fristen beachten: Einsprüche sind nur innerhalb eines Monats nach Zustellung möglich.
Wer frühzeitig prüft und Rücklagen bildet, vermeidet böse Überraschungen und kann bei Fehlern rechtzeitig reagieren.
Wer zahlt Substanzsteuern? Privat vs. Unternehmen
Substanzsteuern betreffen nicht nur Eigentümer:innen von Häusern oder Autos, sondern auch Unternehmen. Der Unterschied liegt vor allem in der Belastung für die Liquidität.
Privatpersonen: Immobilien, Fahrzeuge, Erbschaften
Als Privatperson zahlst Du Substanzsteuern vor allem für Dein Eigenheim (Grundsteuer) oder Dein Fahrzeug (Kfz-Steuer). Kommt eine Erbschaft hinzu, können zusätzliche Belastungen entstehen – je nach Höhe und Freibeträgen.
Unternehmen und Familienbetriebe: Liquiditätsrisiko unabhängig vom Gewinn
Für Unternehmen wirken Substanzsteuern oft schwerer, weil sie unabhängig von der Ertragslage fällig werden. Das bedeutet: Auch wenn Dein Betrieb im Minus ist, musst Du trotzdem Grundsteuer oder Kfz-Steuer zahlen. Gerade bei Familienbetrieben oder kapitalintensiven Branchen kann das die Liquidität gefährden.
Planungstipps für mehr Sicherheit
Um Überraschungen zu vermeiden, solltest Du Rücklagen bilden, Substanzsteuern in Deinen Budget-Forecast einplanen und bei Finanzierungen auf mögliche Covenants achten. So bleibt Dein Unternehmen auch bei schwankenden Erträgen handlungsfähig.
FAQ
Ist die Erbschaftsteuer eine Substanzsteuer?
Ja, sie wird häufig als aperiodische Substanzsteuer eingeordnet, da vorhandenes Vermögen besteuert wird. Manche zählen sie jedoch nicht zu den klassischen Substanzsteuern.
Ist die Grundsteuer eine Substanzsteuer?
Definitiv ja. Die Grundsteuer ist die bekannteste Substanzsteuer in Deutschland und betrifft alle Eigentümer:innen von Grundstücken und Immobilien – unabhängig von Mieteinnahmen oder Gewinnen.
Kann man Substanzsteuern von der Steuer absetzen?
Für Privatpersonen in der Regel nicht. Unternehmen können Substanzsteuern wie die Grundsteuer jedoch als Betriebsausgaben geltend machen und so ihre Steuerlast mindern.
Warum ist die Erbschaftsteuer ein Sonderfall unter den Substanzsteuern?
Weil sie nur im Fall einer Vermögensübertragung anfällt und nicht regelmäßig wie Grund- oder Kfz-Steuer. Sie zählt daher zu den sogenannten aperiodischen Substanzsteuern.