Kleingewerbe-Kosten 2026: Anmeldung und laufende Kosten
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Kleingewerbe-Kosten sind für Dich ein entscheidender Faktor, wenn Du ein Gewerbe anmelden möchtest. Dieser Artikel bietet Dir einen detaillierten Überblick über alle Gebühren und steuerlichen Pflichten, damit Du Deinen Start in die Selbstständigkeit sicher planen kannst.
Typische Kleingewerbe-Kosten
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Kostenart |
Pflicht? |
Einmalig |
Pro Monat |
Pro Jahr |
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Gewerbeanmeldung |
ja |
15 € – 65 € |
– |
– |
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Gewerbeerlaubnis / Genehmigungen |
ja (bei erlaubnispflichtigen Tätigkeiten) |
50 € – 500 € |
– |
– |
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Eintrag in die Handwerksrolle (HWK) |
ja (bei zulassungspflichtigen Handwerken) |
100 € – 400 € |
– |
– |
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Handwerkskammer oder IHK |
ja |
– |
– |
30 € – 500 € |
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Berufsgenossenschaft |
ja (Meldepflicht) |
– |
– |
48 € – 1000 € |
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Krankenversicherung |
ja |
– |
200 € – 900 € |
2.400 € – 10.800 € |
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Betriebshaftpflichtversicherung |
nein (empfohlen) |
– |
– |
80 € – 500 € |
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Weitere Versicherungen (Rechtsschutz, Cyber etc.) |
nein |
– |
– |
100 € – 600 € |
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Einkommensteuer |
ja (ab Freibetrag) |
– |
– |
variabel (nach Gewinn) |
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Gewerbesteuer |
ja (ab 24.500 € Gewerbeertrag) |
– |
– |
variabel |
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Umsatzsteuer |
optional (Kleinunternehmerregelung) |
– |
– |
variabel |
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Steuerberater:in |
nein (empfohlen) |
– |
0 € – 150 € |
1000 € – 2000 € |
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Buchhaltungssoftware |
nein |
– |
5 € – 30 € |
60 € – 360 € |
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Geschäftskonto / Bankgebühren |
nein (empfohlen) |
– |
0 € – 20 € |
0 € – 240 € |
|
Zahlungsanbieter (PayPal, Stripe etc.) |
nein |
– |
umsatzabhängig |
umsatzabhängig |
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Website, Domain, Hosting, E-Mail |
nein |
– |
5 € – 30 € |
60 € – 360 € |
|
Marketing (Werbung, SEO, Tools) |
nein |
– |
0 € – 500 € |
0 € – 6000 € |
|
Wareneinsatz / Material / Versand |
nein |
– |
variabel |
variabel |
|
Verpackungslizenz |
ja (falls relevant) |
– |
– |
25 € – 300 € |
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Büro und Arbeitsmittel (Laptop, Telefon, Internet) |
nein |
0 € – 2000 € |
20 € – 100 € |
240 € – 1.200 € |
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Fahrzeug / Fahrten / Reisekosten |
nein |
– |
variabel |
variabel |
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Personal |
nein |
– |
variabel |
variabel |
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Gewerbeabmeldung |
ja (bei Aufgabe) |
0 € – 20 € |
– |
– |
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Rundfunkbeitrag (GEZ) |
ja (pro Betriebsstätte) |
– |
18,36 € |
220,32 € |
Welche Kleingewerbe-Kosten sind Pflicht und welche optional?
Zu den gesetzlichen Ausgaben zählen vor allem die Kosten für die Anmeldung des Kleingewerbes, die je nach Gemeinde variieren, sowie die steuerlichen Kosten eines Kleingewerbes, die vom erzielten Gewinn abhängen.
Ebenfalls verpflichtend ist die Absicherung über die Krankenversicherung und die Anmeldung bei der Berufsgenossenschaft. Zusätzlich entstehen Beiträge für IHK oder Handwerkskammer, sofern Dein Betrieb dort zugeordnet ist.
Neben diesen Pflichtkosten gibt es empfohlene Kostenpunkte wie eine Betriebshaftpflichtversicherung für das Kleingewerbe, ein separates Geschäftskonto oder Buchhaltungssoftware.
Kleingewerbe anmelden: Kosten für Gewerbeanmeldung und Gewerbeschein
Die Gewerbeanmeldung ist der offizielle Startschuss Deines Kleingewerbes. Mit dieser einmaligen Verwaltungsgebühr sind die Kosten für die Anmeldung eines Kleingewerbes abgedeckt. Im Gegenzug erhältst Du den Gewerbeschein als Nachweis.
Die Gebühren für die Anmeldung sind nicht bundeseinheitlich geregelt und variieren je nach Gemeinde meist zwischen 15 € und 65 €. Um die Kosten beim Gründen eines Kleingewerbes möglichst gering zu halten, lohnt sich ein Blick auf digitale Antragsverfahren. In Städten wie Berlin ist die Online-Anmeldung mit rund 15 € beispielsweise häufig günstiger als ein persönlicher Termin vor Ort.
Zusätzliche Kosten für einen kleinen Gewerbeschein können entstehen, wenn bestimmte Nachweise erforderlich sind. Dazu zählen etwa ein polizeiliches Führungszeugnis mit Kosten von rund 13 € oder der Eintrag in die Handwerksrolle, der je nach Region zwischen 100 € und 400 € kosten kann. Kläre daher frühzeitig, ob Deine Tätigkeit besondere Genehmigungen erfordert, damit Du die Kosten des Anmeldens Deines Kleingewerbes realistisch berechnen und unnötige Zusatzkosten vermeiden kannst.
Laufende Kosten im Kleingewerbe: Jährliche und monatliche Kosten
Um Deine Geschäftsfinanzen sicher zu steuern, solltest Du Deine laufenden Kosten im Kleingewerbe nicht schätzen, sondern strukturiert berechnen. Ein einfaches Rechenmodell hilft Dir dabei, Deine Liquidität realistisch zu planen und finanzielle Engpässe zu vermeiden. Grundlage ist folgende Formel:
Kleingewerbe-Kosten im Monat =Fixkosten pro Monat + variable Kosten (in % vom Umsatz)
+ Steuerrücklagen (berechnet nach dem Gewinn)
Dieses Modell kannst Du anschließend auf das Jahr hochrechnen, indem Du die monatlichen Gesamtkosten mit zwölf multiplizierst und gegebenenfalls einmalige Sonderkosten ergänzt.
Zu den Fixkosten zählen alle regelmäßigen Ausgaben, die unabhängig vom Umsatz anfallen. Dazu gehören vor allem die Krankenversicherung, Kammerbeiträge für IHK oder HWK, Kosten für Buchhaltungs- oder Rechnungssoftware, Bankgebühren sowie Versicherungen wie die Betriebshaftpflicht. Auch Internet- und Telefonkosten gehören zu den festen Kleingewerbe-Kosten im Monat.
Variable Kosten verändern sich hingegen mit Deinem Umsatz. Typische Bausteine sind Gebühren von Zahlungsanbietern, Versandkosten, Ausgaben für Material- oder Wareneinkauf, Werbekosten und mögliche Retourenkosten. Je stärker Dein Umsatz wächst, desto höher fallen diese Posten anteilig aus.
Kleingewerbe-Kosten für Steuern: Einkommensteuer, Gewerbesteuer und Umsatzsteuer
Einkommensteuer
Dein Gewinn aus der Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) bildet die Grundlage für Deine Einkommensteuer. Erst wenn Dein zu versteuerndes Einkommen den Grundfreibetrag übersteigt, bittet Dich das Finanzamt zur Kasse. Für das Jahr 2026 liegt dieser Betrag für Alleinstehende bei 12.348 €. Da der Steuersatz mit steigendem Einkommen progressiv anwächst, ist es für Dich besonders wichtig, alle betrieblich veranlassten Ausgaben lückenlos zu dokumentieren, um Deinen steuerpflichtigen Gewinn zu senken.
Gewerbesteuer
Grundsätzlich ist jedes Kleingewerbe gewerbesteuerpflichtig, sofern es sich nicht um eine freiberufliche Tätigkeit handelt. In der Praxis profitieren Einzelunternehmer:innen und GbR jedoch von einem Freibetrag in Höhe von 24.500 € auf den Gewerbeertrag. Nur der Teil Deines Gewinns, der diese Grenze überschreitet, wird mit dem Hebesatz Deiner jeweiligen Gemeinde versteuert.
Umsatzsteuer und Kleinunternehmerregelung
Seit dem 01.01.2025 gelten aktualisierte Voraussetzungen für die Kleinunternehmerregelung: Du kannst seitdem auf den Ausweis der Umsatzsteuer verzichten, wenn Dein Vorjahresumsatz 25.000 € nicht überstiegen hat und im laufenden Jahr 100.000 € nicht überschreitet.
Das reduziert den Aufwand, weil Du in der Regel keine Umsatzsteuervoranmeldungen abgeben musst. Gleichzeitig solltest Du aber die Preispsychologie bedenken: Geschäftskund:innen bevorzugen oft Rechnungen mit ausgewiesener Steuer, um selbst den Vorsteuerabzug nutzen zu können.
Für Details zur Anwendung kannst Du Dich an den gesetzlichen Vorgaben in § 19 UStG und dem aktuellen BMF-Anwendungsschreiben orientieren.
Kosten der Krankenversicherung im Kleingewerbe
Die Kosten der Krankenversicherung im Kleingewerbe stellen für Dich oft den größten monatlichen Fixkostenblock dar, sofern Du hauptberuflich selbstständig tätig bist. Für Deine Liquiditätsplanung ist dieser Posten essenziell, da er Deine monatlich verfügbaren Mittel unmittelbar beeinflusst. Ob Du Dich gesetzlich oder privat versicherst, hängt maßgeblich von Deinem Status als haupt- oder nebenberufliche:r Gründer:in sowie Deiner individuellen Einkommensbasis ab.
Gesetzliche Krankenversicherung
In der gesetzlichen Krankenkasse richtet sich die Beitragshöhe nach Deinem tatsächlichen Gewinn. Da Dein Umsatz gerade zu Beginn schwanken kann, ist Weitsicht gefragt: Deine Beiträge werden oft zunächst nur vorläufig festgesetzt.
Ein häufiger Fehler ist es, diesen Posten zu knapp zu kalkulieren. Bilde unbedingt finanzielle Rücklagen für mögliche Nachzahlungen, die nach Einreichung Deines Steuerbescheids fällig werden können. Indem Du diese Vorauszahlungen fest einplanst, behältst Du die volle Kontrolle über Deine Finanzen und vermeidest böse Überraschungen bei der endgültigen Abrechnung.
Private Krankenversicherung
In der privaten Krankenversicherung (PKV) funktioniert die Kostenberechnung hingegen nach anderen Prinzipien: Deine Beiträge sind einkommensunabhängig und orientieren sich stattdessen an Faktoren wie Eintrittsalter, Gesundheitszustand und gewähltem Leistungsumfang. Das sorgt für eine konstante monatliche Belastung auch bei schwankenden Gewinnen.
Eine private Krankenversicherung erfordert eine vorausschauende Liquiditätsplanung, da die Prämie selbst in umsatzschwachen Phasen vollständig anfällt. Zudem gibt es in der PKV keine beitragsfreie Familienversicherung.
Kosten für Versicherungen im Kleingewerbe: Haftpflicht und Betriebshaftpflicht
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Versicherung |
Typische Kosten pro Jahr |
|
Betriebshaftpflicht |
80 € – 500 € |
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Berufshaftpflicht |
100 € – 1000 € |
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Rechtsschutz |
150 € – 400 € |
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Inhaltsversicherung |
50 € –300 € |
Betriebshaftpflicht
Eine Betriebshaftpflichtversicherung ist für fast alle Existenzgründer:innen unverzichtbar, die Kontakt zu Kund:innen oder deren Eigentum haben. Sie schützt vor den finanziellen Folgen von Personen- und Sachschäden. Dabei gelten Deckungssummen zwischen drei und fünf Millionen Euro als Marktstandard, um selbst schwerwiegende Unfälle sicher abzufangen.
Berufshaftpflicht vs. Betriebshaftpflicht
Eine Betriebshaftpflichtversicherung zahlt bei Unfällen durch einen Betrieb, seine Mitarbeiter:innen oder in seinen Räumlichkeiten. Die Berufshaftpflicht hingegen sichert Dich gegen reine Vermögensschäden ab, die durch berufliche Fehlberatung oder Planungsfehler entstehen. Für IT-Expert:innen oder Berater:innen ist sie beispielsweise ein Muss.
Kostenfaktoren, die den Preis bestimmen
Die Kosten der Betriebshaftpflichtversicherung für Dein Kleingewerbe richten sich nach Deinem Umsatz, Deiner genauen Tätigkeit und der gewählten Selbstbeteiligung. Ein hohes Schadensrisiko, etwa im Baugewerbe, führt zu höheren Prämien als eine reine Bürotätigkeit.
Versicherung für Solo-Selbstständige vs. E-Commerce und Handwerk
Als Solo-Selbstständige:r im Büro reicht oft die Absicherung mit Krankenversicherung und Betriebshaftpflicht. Im E-Commerce oder Handwerk lohnen sich nicht nur die Kosten der Haftpflichtversicherung für Dein Kleingewerbe, sondern auch eine Inhaltsversicherung, um Waren und Werkzeuge gegen Diebstahl oder Feuer zu schützen.
Kleingewerbe-Kosten für Handwerkskammer- und IHK
Als Gewerbetreibende:r wirst Du automatisch Pflichtmitglied in einer Kammer. Die IHK ist für Handel und Dienstleistungen zuständig, während die HWK handwerkliche Berufe betreut. Damit Du Deine Kosten für das Kleingewerbe bei der Handwerkskammer oder IHK planen kannst, solltest Du die Beitragsstruktur kennen.
Der Beitrag besteht aus einem Grundbetrag und einer Umlage, die auf Grundlage Deines Gewinns berechnet wird. Besonders attraktiv für Existenzgründer:innen sind die Befreiungen: Bei der IHK entfällt der Grundbeitrag oft, wenn Dein Gewinn unter 5.200 € liegt. Zudem können sich Gründer:innen, die nicht im Handelsregister eingetragen sind, für die ersten zwei Jahre vollständig und weitere zwei Jahre teilweise befreien lassen, wenn ihr Jahresgewinn 25.000 € nicht überschreitet. Auch bei der HWK ist eine Befreiung bei geringen Erträgen unter 5.200 € auf Antrag möglich. So hältst Du Deine Fixkosten in der Startphase gering.
Kleingewerbe-Kosten für Berufsgenossenschaften (BG)
Du musst Dein Unternehmen innerhalb einer Woche nach der Gründung offiziell bei der Berufsgenossenschaft melden. Ein häufiger Fehler ist die Annahme, man müsse sich ohne Angestellte nicht registrieren. Doch die Meldepflicht gilt für jedes Gewerbe ab dem ersten Tag, da sie an Deine unternehmerische Tätigkeit anknüpft.
Wie hoch die Kosten der Berufsgenossenschaft für Dein Kleingewerbe letztlich ausfallen, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Die BG berechnet Deinen Beitrag auf Basis der Gefahrklasse Deiner Branche sowie der jährlichen Lohnsumme. Wenn Du allein startest, zahlst Du meist lediglich einen geringen Mindestbeitrag oder gar keine Beiträge. Du solltest Dich allerdings unbedingt fristgerecht anmelden, um mögliche Bußgelder von bis zu 10.000 € oder haftungsrechtliche Risiken bei Arbeitsunfällen zu vermeiden.
Kosten einer Verpackungslizenz für Dein Kleingewerbe
Betreibst Du einen Online-Shop, versendest Waren oder verkaufst Produkte unter Deiner eigenen Marke? In diesen Fällen ist das Verpackungsgesetz (VerpackG) für Dich relevant. Es stellt sicher, dass Deine Versandmaterialien ordnungsgemäß recycelt werden. Die Verpackungslizenz für Dein Kleingewerbe und deren Kosten richten sich dabei nach der Menge der von Dir in Umlauf gebrachten Verpackungen.
Während die reine Registrierung im LUCID-Portal der Zentralen Stelle für Dich kostenlos ist, zahlst Du Beiträge für die eigentliche Systembeteiligung. Hierfür schließt Du einen Systemvertrag mit einem Anbieter Deiner Wahl ab, um Deine Entsorgungspflichten zu erfüllen.
Der Ablauf ist unkompliziert: Zuerst registrierst Du Dich offiziell bei LUCID. Danach schließt Du Deinen Systemvertrag ab und zahlst die entsprechende Lizenzgebühr. Zuletzt meldest Du die Mengen Deiner Verpackungen an beide Stellen. So handelst Du rechtssicher und vermeidest unnötige Bußgelder für Dein Unternehmen.
Kosten für Steuerberater:innen für Kleingewerbe: Lohnt es sich?
Ob professionelle Hilfe sinnvoll ist, hängt von der Komplexität der Belege, der Wahl der Umsatzsteuerregelung und dem Wert Deiner Zeit ab. Die Kosten für eine:n Steuerberater:in für Kleingewerbe hängen maßgeblich vom Umsatz ab und liegen pro Jahr meist zwischen 1000 € und 2000 €.
Du hast die Wahl: Machst Du die Buchhaltung mit einer Buchhaltungssoftware selbst und brauchst nur eine einfache EÜR, spart das natürlich bares Geld. Wenn Du Dich auf Dein Wachstum konzentrieren möchtest, ist der sicherste Weg allerdings, ein Steuerbüro anzustellen. Damit die Gebühren niedrig bleiben, sind eine saubere Belegordnung und Vorkontierung das A und O. So kannst Du Deine Zeit gezielt in den unternehmerischen Erfolg investieren.
Rentenversicherung: Ist sie für Dein Kleingewerbe relevant?
Ob Du für Dein Kleingewerbe Rentenbeiträge zahlst, hängt von Deiner Tätigkeit ab. Pflichtversichert sind etwa Handwerker:innen der Anlage A, Lehrer:innen oder Künstler:innen über die KSK. Doch auch als Solo-Selbstständige:r mit nur einem/einer Hauptauftraggeber:in kann eine Pflicht bestehen. Prüfe Deinen Status unbedingt frühzeitig, um teure Nachzahlungen zu vermeiden. Besteht keine Versicherungspflicht, kannst Du Dich trotzdem freiwillig absichern.
Kleingewerbe abmelden: Kosten und Pflichten
Solltest Du Dich entscheiden, Dein Geschäft aufzugeben oder an einen anderen Ort zu verlegen, musst Du Dein Unternehmen offiziell abmelden. Die Kosten für das Abmelden eines Kleingewerbes halten sich dabei glücklicherweise in Grenzen: In vielen Städten wie Berlin oder Hamburg ist dieser Verwaltungsakt für Dich sogar komplett kostenlos. Da die Gebühren jedoch kommunal unterschiedlich festgelegt werden, solltest Du mit einer Spanne von 0 € bis etwa 20 € rechnen.
Auch nach dem Behördengang bleiben wichtige Pflichten bestehen. Das Finanzamt erwartet von Dir eine abschließende Gewinnermittlung sowie eine Schlusssteuererklärung für den verbleibenden Zeitraum. Informiere zudem Deine Krankenkasse und Deine Versicherungen über das Ende Deiner Tätigkeit, um unnötige Beitragszahlungen zu vermeiden. Die Mitgliedschaft bei der IHK oder HWK endet zwar meist automatisch durch die Meldung des Amtes, die Beiträge werden jedoch oft anteilig für das laufende Jahr abgerechnet. Du solltest Dein Gewerbe unbedingt zeitnah abmelden, um mögliche Bußgelder von bis zu 1000 € zu vermeiden.
Beispiele: Welche Kosten verursacht ein Kleingewerbe wirklich?
Szenario 1: Solo-Dienstleister:in mit Kleinunternehmerregelung
Wenn Du als Solo-Dienstleister:in startest, dürften Deine Ausgaben gering bleiben.
- Einmalig: Du zahlst für die Gewerbeanmeldung meist zwischen 15 € und 60 €.
- Fixkosten pro Monat: Diese bestehen primär aus Deiner Krankenversicherung ab rund 200 € und einfachen Buchhaltungstools in Höhe von circa 10 €.
- Variable Kosten: Hier fallen meist nur geringe Beträge für Fahrtkosten oder Fachliteratur an.
- Steuern: Einkommensteuer wird für Dich erst fällig, wenn Dein Gewinn den Grundfreibetrag übersteigt. Umsatzsteuer zahlst Du in diesem Fall nicht, solange Du die Umsatzgrenzen einhältst.
Szenario 2: E-Commerce-Gründer:in
Im Online-Handel musst Du zusätzliche regulatorische Kosten einplanen.
- Einmalig: Für die Gewerbeanmeldung zahlst Du je nach Stadt zwischen 15 € und 60 €. Die Investition in Dein erstes Warenlager liegt je nach Nische in der Regel zwischen 500 € und 10.000 €.
- Fixkosten pro Monat: Plane für Shop-Hosting und Domains etwa 5 bis 30 € ein. Eine Buchhaltungssoftware schlägt mit etwa 10 € bis 30 € zu Buche. Hinzu kommt die obligatorische Verpackungslizenz (LUCID), die Dich jährlich zwischen 25 € und 300 € kostet.
- Variable Kosten: Zahlungsanbietergebühren von PayPal oder Stripe sowie Versandkosten pro Bestellung fallen umsatzabhängig an.
- Steuern: Ab dem Freibetrag zahlst Du Einkommensteuer und Gewerbesteuer. Auch die Kleinunternehmerregelung kannst Du nutzen; wenn nicht, zahlst Du außerdem Umsatzsteuer.
Szenario 3: Handwerksgewerbe
Ein Handwerksbetrieb erfordert oft höhere Investitionen in Deine Sicherheit.
- Einmalig: Neben der Gewerbeanmeldung ist bei zulassungspflichtigen Gewerken der Eintrag in die Handwerksrolle erforderlich, der rund 100 bis 400 € kosten kann. Für Werkzeuge und Maschinen solltest Du mindestens 500 € bis 5000 € kalkulieren.
- Fixkosten pro Monat: HWK-Beiträge bewegen sich meist zwischen 30 € und 150 € pro Jahr. Der Jahresbeitrag zur Berufsgenossenschaft liegt häufig zwischen 300 € und über 1000 €. Eine Betriebshaftpflicht kostet etwa 80 € bis 500 € jährlich.
- Variable Kosten: Diese entstehen vor allem durch den Materialeinkauf für Deine Aufträge.
- Steuern: Auch hier werden in Abhängigkeit von Gewinn und Umsatz Einkommen-, Gewerbe- und Umsatzsteuer fällig.
So kannst Du Deine Kleingewerbe-Kosten senken
- Pflichtkosten früh klären: Informiere Dich gegebenenfalls rechtzeitig über Beiträge für die Kammern (IHK/HWK), die Berufsgenossenschaft und die Verpackungslizenz. So vermeidest Du böse Überraschungen und teure Bußgelder durch versäumte Fristen.
- Versicherungen mit Augenmaß: Statt „alles“ zu versichern, solltest Du zunächst mit dem essenziellen Schutz wie der Betriebshaftpflicht anfangen. Ergänze weitere Policen erst, wenn Dein Risiko tatsächlich steigt.
- USt-Entscheidung strategisch treffen: Wähle die Kleinunternehmerregelung, wenn Deine Kund:innen Privatpersonen sind, um einen Preisvorteil zu nutzen. Arbeitest Du für Firmen, kann die Regelbesteuerung dank Vorsteuerabzug günstiger sein.
- Buchhaltung automatisieren: Nutze digitale Tools, um Zeit zu sparen, denn sie ist bei der Gründung bares Geld.
- Bank- und Zahlungsgebühren prüfen: Vergleiche Kontogebühren und Zahlungsanbieter genau, um versteckte Kosten bei Transaktionen zu minimieren.
FAQ
Was kostet ein Kleingewerbe pro Monat?
Rechne mit monatlichen Fixkosten von 300 € bis 600 €. Diese setzen sich primär aus Deiner Krankenversicherung, Buchhaltungssoftware und Bankgebühren zusammen. Hinzu kommen variable Kosten für Marketing oder Material.
Was kostet ein Kleingewerbe im Jahr?
Inklusive einmaliger Startinvestitionen und jährlicher Beiträge für Versicherungen und Kammern liegen die Gesamtkosten im ersten Jahr oft zwischen 1000 und 5000 €.
Wie hoch sind die Kosten für das Anmelden eines Kleingewerbes?
Die Gebühr für den Gewerbeschein variiert kommunal und liegt meist zwischen 15 und 60 €.
Muss ich als Kleingewerbe Gewerbesteuer zahlen?
Erst ab einem jährlichen Gewinn von 24.500 € fällt Gewerbesteuer an.
Welche Kosten spart die Kleinunternehmerregelung im Kleingewerbe?
Durch die Kleinunternehmerregelung sparst Du im Kleingewerbe Zeit und Verwaltungskosten, da Du auf Deinen Rechnungen keine Umsatzsteuer ausweisen musst und meist auch die Umsatzsteuervoranmeldungen entfallen. Voraussetzung ist, dass Dein Umsatz im Vorjahr 25.000 € nicht überschritten hat und im laufenden Jahr voraussichtlich unter 100.000 € bleibt.
Wie hoch sind die IHK- und HWK-Kosten für ein Kleingewerbe?
Die Grundbeiträge für IHK oder Handwerkskammer liegen beim Kleingewerbe oft zwischen 30 € und 150 € pro Jahr. IHK-Gründer:innen können sich bei bis zu 25.000 € Gewinn zwei Jahre vollständig befreien lassen, bei der HWK ist eine Befreiung meist nur bis 5.200 € Ertrag möglich.
Welche Versicherungen sind Pflichtkosten im Kleingewerbe?
Zu den verpflichtenden Kosten im Kleingewerbe zählen vor allem die Kranken- und Pflegeversicherung. Eine Betriebshaftpflicht ist zwar keine Pflicht, wird jedoch dringend empfohlen, um Dein Privatvermögen abzusichern.
Fallen beim Kleingewerbe auch ohne Umsatz laufende Kosten an?
Ja, auch ohne Umsatz entstehen im Kleingewerbe laufende Kosten. Fixkosten wie Versicherungen, Kammerbeiträge und Software fallen unabhängig von Deinen Einnahmen an.
Ist ein Kleingewerbe-Start mit 0 € Kosten möglich?
Theoretisch ist ein Start mit sehr geringen Kleingewerbe-Kosten möglich. In der Praxis musst Du jedoch zumindest die Anmeldegebühr und Deine Krankenversicherung finanzieren können.